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Bilanz für Stadt und Landkreis Osnabrück 1. Mai in der Region: Randale, Psychiatrie, Intensivstation

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Von Mülltrennung und Recycling scheint am 1. Mai nicht mehr die Rede zu sein: So sah es am 2. Mai im Nettetal an den Straßen Auf dem Hohn/Ecke Hohnweg aus. Foto: Holger JansingVon Mülltrennung und Recycling scheint am 1. Mai nicht mehr die Rede zu sein: So sah es am 2. Mai im Nettetal an den Straßen Auf dem Hohn/Ecke Hohnweg aus. Foto: Holger Jansing 

Osnabrück. Drei Polizisten sind am 1. Mai am Römerlager in Bad Laer verletzt worden, als sie eine Schlägerei beenden wollten. Zwei Personen landeten während der Feiern am Weberhaus in Melle auf der Intensivstation, in Bersenbrück wurde eine Person in die Psychiatrie eingewiesen – die Polizei hatte in Stadt und Landkreis Osnabrück am 1. Mai alle Hände voll zu tun.

Der Grund für die meisten Einsätze war laut Polizei die Alkoholisierung der zumeist recht jungen Feierwütigen, die sich zum 1. Mai an verschiedenen Hotspots in der Region trafen. „Mit dem Alkoholpegel steigt oft auch das Aggressionspotenzial“, sagte Polizeisprecherin Anke Hamker am Dienstag gegenüber unserer Redaktion. Bereits am Montag hatte die Polizei ein vorläufiges Fazit gezogen. Darin hieß es seitens der Polizei, es sei „der ganz normale Wahnsinn“ gewesen. Am Dienstag konkretisierte die Polizei die Bilanz noch einmal. (Weitelesen: Fazit der Polizei zum 1. Mai: Schlägereien, Alkohol, Pyro)

Laut Hamker wurden diverse Anzeigen gestellt: Sachbeschädigung, Körperverletzung, Beleidigung und sexuelle Nötigung finden sich auf der Liste. Insgesamt bewegt sich das Level der von der Polizei gestellten oder aufgenommenen Strafanzeigen laut Hamker seit Jahren etwa auf dem gleichen Niveau.

Immer mehr Müll

Festzustellen sei allerdings, dass immer mehr Müll in die Gegend geworfen werde, so Hamker. „Von Mülltrennung und Recycling scheint am 1. Mai nicht mehr die Rede zu sein.“

(Weiterlesen: Verdreckt und zugemüllt: Ärger über Abfälle vom 1. Mai)

Positiv gestalteten sich aus Sicht der Polizei einzig die Feiern am Charlottensee in Bad Iburg. „Dort war es relativ ruhig, die Polizei musste nicht einschreiten, es war aber auch ein privater Sicherheitsdienst im Einsatz“, so Hamker. Etwa 500 Leute feierten dort.

Platzverweis nicht nachgekommen

Anders dagegen gestaltete sich der Tag der Arbeit am Römerlager in Bad Laer. Dort hielten sich rund 1000 Leute auf. Drei Beamte wurden verletzt, als sie eine Schlägerei unterbinden wollten. „Der Rädelsführer kam einem Platzverweis nicht nach und schlug und trat bei der Gewahrsamnahme um sich“, sagte Hamker. Der Mann sei erheblich alkoholisiert gewesen.

Auch sonst war am Römerlager einiges los: 13 Menschen wurden vom DRK behandelt, drei ins Krankenhaus gebracht, 25 Platzverweise sprach die Polizei im Laufe des Tages aus.

Am Weberhaus in Melle taten sich viele der etwa 1000 Anwesenden laut Hamker ebenfalls durch erheblichen Alkoholkonsum hervor. Im Ergebnis sprach die Polizei zwölf Platzverweise aus, 51 Menschen wurden von Rettungskräften behandelt; sieben davon im Krankenhaus und wiederum zwei davon auf der Intensivstation. Ob sie aufgrund von Schlägereien, alkoholbedingten Aussetzern oder aus anderen Gründen behandelt werden mussten, konnte Hamker zunächst nichts sagen.

In Melle wurde auch eine sexuelle Nötigung angezeigt, Gerüchte, wonach einer jungen Frau K.-O.-Tropfen verabreicht wurden, bestätigten sich laut Hamker aber nicht.

Niemand spricht mit Polizei

Beim Marsch der Lemminge von Ankum nach Kettenkamp wurden zwei Personen in Gewahrsam genommen, von denen eine später in die Psychiatrie überwiesen wurde. Der Mann hatte zuvor randaliert. Insgesamt erteilte die Polizei bei der Veranstaltung sechs Platzverweise. Insgesamt 1000 Leute nahmen an dem Spaziergang beziehungsweise den anschließenden Feiern teil.

Am Rubbenbruchsee und im Nettetal war die Polizei ebenfalls mehrfach im Einsatz. Im Nettetal versammelten sich circa 400 bis 500 Menschen, am Rubbenbruchsee zwischen 500 und 600. Zu dort gemeldeten größeren Schlägereien waren die Beamten mit mehrere Streifenwagen ausgerückt. „Vor Ort wollte dann aber niemand mehr mit uns sprechen, die Schlägereien waren offenbar vorbei“, sagte Hamker. „Das ist natürlich ärgerlich, da die Beamten ja an anderer Stelle fehlen.“ Im Nettetal wurde darüber hinaus auch das Zünden von Pyrotechnik bei der Polizei gemeldet.

Die Feuerwehr berichtet auf ihrer Facebookseite von einer Person, die am Rubbenbruchsee in der Menschenmenge einen Grill mit Spiritus nachheizen wollte. „Mit Feuerball, aber zum Glück ohne Verletzte“, schreibt die Feuerwehr. Auch am Rubbenbruchsee wurde demnach ordentlich gesoffen, von „sehr vielen sehr jungen Schnapsleichen“ berichtet die Feuerwehr.


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