Beats im dichten Nebel EMAF lockt Nachtschwärmer in die Osnabrückhalle


Osnabrück. International renommierte Klangkünstler, Performanceteams und DJs gestalteten in diesem Jahr die Partynacht des European Media Art Festivals.

Es ist dunkel. Pumpende Beats dringen durch dichte Nebelschwaden. Die Crowd vor der Bühne tanzt. Ekstatischer agiert der Mann hinter seinen Synthesizern, der für die elektronischen Klänge verantwortlich zeichnet. Es ist Colin Benders, der vom EMAF zur „Night Shift“, der Musik- und Party-Abteilung des Festivals, eingeladen wurde. Er ist einer von drei Solo-Tüftlern der internationalen Elektronikszene, der die EMAF-Nachtschwärmer im Derby-Saal zusammen mit einem vierköpfigen Performanceteam und zwei DJs aus der Reserve lockt.

Tanzattacke aus dem Dunkeln

Obwohl es beim EMAF eigentlich üblich ist, dass die Klangwelten auf artifizielle oder besonders effektive Weise illuminiert werden, stehen diesmal zwei Act buchstäblich im Dunklen: Colin Benders sowie Danny Wolfers alias Legowelt. Besonders bei Benders, der auch unter dem Künstlernamen Kyteman bekannt ist, ist das schade, denn so sieht man kaum die beiden Modular-Synthesizer, mit denen er seine fantastischen Analog-Sounds live generiert. Verschrobene Beats sind das, die sich zum mitreißenden Vierviertelrhythmus formen, derweil die Klangstrukturen fern vom Mainstream wabern, sich überlagern und mit Störgeräuschen zur Tanzattacke mutieren.

Skurriles Entré für die Party-People

Nicht weniger Nebelalarm herrschte bei Robert Lippok, der die Nachtschicht eröffnete. Die Klicks, die seine ausgefeilte Klangarchitektur strukturierten, wurden von abstrakten Bildern auf einer Leinwand illustriert. Derweil wurde die moderne Bauarchitektur im Foyer der Osnabrückhalle von einer riesigen virtuellen Kulisse auf einer Leinwand kontrastiert. Ein niederländisches Team hatte hier das interaktive Computerspiel „Evil Weblord II“ installiert. Jeweils vier reale Spieler winkten, hopsten und stachen Löcher in die Luft, um das Internet vor der Zerstörung zu retten. Ein skurriles Entré für die Party-People, die gerade die Location enterten.

Foto: Michael Gründel

Bis zum frühen Morgen auf die Ohren

Aufwändige Visuals mit beweglichen Leuchtquadern begleiteten die Show des vierköpfigen Teams Magnetic & Coders. Während rechts und links von der Leinwand die geometrischen Würfel Positionen und Gestaltung wechselten, waberten dazwischen organisch wirkende Zellstrukturen – offenbar ein gewollter Kontrast.

Wieder im Dunklen rief schließlich der Niederländer Danny Wolfers alias Legowelt seine eher im gehobenen Mainstream angesiedelte elektronische Tanzmusik ab, bevor Serum und Mario Schoo als DJs in Aktion traten – bis in den frühen Morgen.


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