Aggregat angeschlossen Strom vom Generator für Proberäume am Güterbahnhof

Die Musiker im Proberaumzentrum am Güterbahnhof können wohl bald aufatmen. Ein Generator soll wieder Strom für Beleuchtung und Verstärkeranlagen liefern. Aber das Problem ist damit nicht gelöst. Foto: Michael GründelDie Musiker im Proberaumzentrum am Güterbahnhof können wohl bald aufatmen. Ein Generator soll wieder Strom für Beleuchtung und Verstärkeranlagen liefern. Aber das Problem ist damit nicht gelöst. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Die Musiker, die im „Freiraum Petersburg“ die Proberäume nutzen, können bald wieder auf Strom hoffen, aber am Wochenende ist noch nichts zu machen. Carsten Gronwald, der das Zentrum vermietet, will einen Generator anschließen lassen. Doch damit ist der Ärger für ihn nicht vom Tisch. Vor einigen Tagen hatte ihm die Freikirche „Lebensquelle“ auf Weisung der 3 G Group den Saft abgedreht.

Mit der 3 G Group (vormals Zion GmbH), der Eigentümergesellschaft des Güterbahnhofs, liegt Gronwald seit Jahren im Clinch. Bis Ende 2018 läuft der Vertrag, der ihm das Recht gibt, die Proberäume an Künstler und Musiker unterzuvermieten. Mit allerlei Schikanen versuche die 3 G Group, ihn vorzeitig aus dem Vertrag zu drängen, sagt Gronwald. Auch in der Stromabschaltung sieht er eine solche Schikane.

Aussage gegen Aussage

Diesen Vorwurf weist 3G-Anwalt Nikolai Zutz zurück. Er beruft sich auf den Bericht eines Unternehmens für Elektrotechnik, nach dem die Leitungen im Proberaumzentrum nicht betriebssicher verlegt seien und dass sogar Lebensgefahr bestehe. Gronwald hält das für vorgeschoben. So steht Aussage gegen Aussage.

Damit Verstärkeranlagen und Beleuchtung im „Freiraum Petersburg“ funktionieren, hat Gronwald in der Nacht zum Samstag mit Hilfe eines Abschleppunternehmens das Aggregat zurückgeholt, das er schon in den Anfangsjahren zur Stromerzeugung genutzt hatte. In den nächsten Tagen soll es angeschlossen werden.

Der Umstieg auf den Generator ist für den Erfinder der „Kulturfabrik Petersburg“ nicht die Lösung, die er sich wünscht, denn das Gerät arbeitet mit Heizöl und muss aufwendig gewartet werden. Als Vermieter der Proberäume hofft er, dass sein Zentrum möglichst bald wieder ans öffentliche Stromnetz angeschlossen wird.

Kettenreaktion

Die von der 3 G Group veranlasste Abschaltung zieht eine Kettenreaktion nach sich. Gronwald hatte sein Aggregat der Skate-Halle im Hasepark überlassen, die nach der Schließung der IAG Magnum ebenfalls ohne Strom dasteht. Damit die Lichter nicht ausgehen, suchen die Betreiber händeringend nach einer Lösung. Möglicherweise, so hat unsere Redaktion erfahren, werden die Stadtwerke technische Hilfe leisten – ebenfalls mit einem Aggregat.

Von der Stromabschaltung unmittelbar betroffen war auch die Initiative Foodsaver Osnabrück, die am Freiraum Petersburg einen von stadtweit drei Kühlschränken betreibt. In diesen sogenannten „Fair-Teilern“ werden Lebensmittel aufbewahrt, die von Supermärkten oder Obst- und Gemüsehändlern aussortiert wurden. Interessierte können sich hier kostenlos daran bedienen.


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