Hörerlebnis und Party pur EMAF-Nachtschwärmer feiern in der Osnabrückhalle

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Zeigt eine audiovisuelle Show in der Osnabrück-Halle: Robert Lippok. Foto: EMAF/Robert LippokFoto: Sylvia SteinhäuserZeigt eine audiovisuelle Show in der Osnabrück-Halle: Robert Lippok. Foto: EMAF/Robert LippokFoto: Sylvia Steinhäuser

Osnabrück. Elektronische Klangperformances und DJ-Sets verbindet das EMAF in der Osnabrückhalle zum Format „Night Shift“.

Sind analoge, modulare Synthesizer wieder auf dem Vormarsch? Haben Klangkünstler die Nase voll von digital erzeugten Elektroklängen und wenden sie sich daher wieder den großen Klangkisten mit den vielen Strippen zu? Während der „Night Shift“ des EMAF wird der Besucher Zeuge von zwei Performances, bei denen die Künstler mit solchen antiquiert erscheinenden Elektroklangerzeugern hantieren: Colin Benders und Danny Wolfers alias Legowelt. Derweil eröffnet der Berliner Musiker Robert Lippok die Nacht mit seiner audiovisuellen Show „Sky Machine“.

Soundperformances und Partyangebote sind seit einigen Jahren feste Bestandteile im Programm des EMAF. Ob in der Kunsthalle, in alten Fabrikgemäuern oder im Zauber von OS, die EMAF-Partys sind legendär. Darüber hinaus wurde die Bergkirche in den vergangenen Jahren zum Schauplatz von genreübergreifenden Musik-Performances, meist elektronisch generiert.

Zum 30-jährigen Jubiläum hat das EMAF-Team beide Programmelemente kurzerhand zu einer „Nachtschicht“ zusammengefasst: „Night Shift“ heißt der Treffpunkt für EMAF-Nachtschwärmer am Samstag im Foyer und Derby-Saal der Osnabrückhalle.

Der Berliner Künstler Robert Lippok steht ab 23 Uhr auf der Bühne. Er ist besser unter dem Namen To Rococo Rot bekannt, einer Indietronic-Band, die Lippok 1995 mit seinem Bruder Ronald und dem Bassisten Stefan Schneider gründete. Seit der Auflösung der Band vor zwei Jahren macht Robert das, was er vorher auch schon ohne To Rococo Rot gemacht hat: Er erforscht Räume mithilfe von Klängen, macht sie spürbar und sichtbar. Seine Verbindung von experimenteller elektronischer Musik mit live abgerufenen visuellen Effekten wird die Besucher adäquat auf die Performance von Colin Benders einstimmen. Auch er ist unter seinem Geburtsnamen nicht so bekannt wie unter dem Künstlernamen: Kyteman. Mit dem gleichnamigen Orchester vereinte er einst Elemente von HipHop, Klassik und Elektro-Pop. Seit einigen Jahren experimentiert Benders mit einem „neuen“ Instrument. „Es handelt sich um einen modularen Synthesizer, ähnlich den Geräten, die in den 60er oder 70er Jahren von Musiker verwendet wurden“, sagt der Niederländer. Mittlerweile gäbe es wieder Experten, die solche Module herstellen. Zusammen mit selbst gebauten Elementen habe er jetzt einen Synthesizer, der genau auf seine Bedürfnisse zugeschnitten ist. „Meine Show basiert zum größten Teil auf Improvisation. Das heißt: Ob die Sounds in Osnabrück eher ruhig werden oder ob eine Tanzparty entsteht, hängt von meiner Stimmung und der Reaktion der Zuschauer ab!“ Einerseits liege es ihm am Herzen, dass die Leute sehen, was er auf der Bühne macht, andererseits sollen sie den Fokus aber auf ihr Hörerlebnis legen.

Bevor Legowelt gegen 1.50 Uhr sein ebenfalls analog-modulares Equipment aktiviert, werden Magnetic and Coders eine Liveshow starten, die mit kinetischen Lichtelementen angereichert ist. Bis in den frühen Morgen rufen nach Legowelt die DJs Serum und Mario Schoo den Party-Modus aus.

Wer selbst in Aktion treten will, kann derweil im Foyer an einer sechs Meter breite Medienwand „Evil Weblord II“ spielen. Es handelt sich um eine interaktive Installation, mit der man das Internet virtuell vor seiner eigenen Zerstörung retten kann.


Osnabrückhalle (Saal Derby + Foyer): EMAF Night Shift.

Live ab 23:00 Uhr Robert Lippok, 00:15 Uhr Colin Benders, 1:30 Uhr Magnetic & Coders, 1:50 Uhr Legowelt, ab 2:50 Uhr DJ-Programm mit Serum und Mario Schoo. Im Foyer: Interaktive Installation „Evil Weblord II.

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