Fehlerhafte Avatare und Waffen „Artist Talk“ beim EMAF in Osnabrück

Beim „Artist Talk“ interviewen Hermann Nöring und Franz Reimer Künstler Stefan Panhans (von links). Im Hintergrund ist Panhans‘ Installation „Freeroam Á Rebours, Modul#I.1“ zu sehen. Foto: Swaantje HehmannBeim „Artist Talk“ interviewen Hermann Nöring und Franz Reimer Künstler Stefan Panhans (von links). Im Hintergrund ist Panhans‘ Installation „Freeroam Á Rebours, Modul#I.1“ zu sehen. Foto: Swaantje Hehmann

Osnabrück. Was wollen sie damit sagen? Fragen wie diese beantworten Künstler beim „Artist Talk“ in der Ausstellung des „European Media Art Festivals“ (EMAF). Am Donnerstag fand der erste Teil statt.

In der EMAF-Ausstellung sind zu Schwänen verzauberte Satellitenschüsseln, verliebte iPhones und Waffen aus dem 3-D-Drucker zu sehen. Aber was wollen die Künstler uns sagen? Antworten gibt der „Artist Talk“, dessen erster Teil am Donnerstag in der Kunsthalle zu verfolgen war.

Das Programm war schmaler als angekündigt. Zum einen fiel Kunsthallen-Direktorin Julia Draganovic wegen einer Erkrankung als Moderatorin aus. Talkgast und Künstler Mario Pfeifer war ebenfalls krank und bereits abgereist. So schrumpfte die Runde auf Stefan Panhans und Alexandra Ehrlich Speiser. Für Draganovic sprangen die Ausstellungskuratoren Hermann Nöring und Franz Reimer ein.

Menschen spielen Avatare

Der Talk mit Panhans wurde neben seiner Arbeit mit dem sperrigen Titel „Freeroam Á Rebours, Modul#I.1“ platziert. In der Videoinstallation übernehmen Tänzer und Schauspieler die Rollen von Avataren aus Computerspielen. Allerdings wird hier nicht gekämpft; vielmehr sind die Avatare in Fehlerszenarien zu sehen, etwa im Leerlauf oder bei scheiternden Wiederholungen.

Die Installation ist für Panhans ungewöhnlich. So sind die 300 Schnitte in seiner Videoarbeit neu für ihn. Denn normalerweise verzichtet er auf Schnitttechnik. Das beweist seine zweite Installation „The Haul (Hallo Everybody)“ in der Ausstellung.

Nutzlose Waffen aus dem Darknet

In die Welt des Darknets hat sich Alexandra Ehrlich Speiser begeben. Sie hat Anleitungen für Waffen runtergeladen und im 3-D-Drucker ausgedruckt. „Useless Weapons“ heißt ihr Kunstwerk. Denn Speiser hat, wie der Titel sagt, die Waffen nutzlos gemacht.

In diesem Fall ist die Zerstörung ein Friedenssymbol, das die Österreicherin durch Friedenslyrik verstärkt, die sie vor jede Waffe hängt, etwas John Lennons „Give Peace A Chance“. Und wie war der Ausflug ins Darknet, so eine Frage? Nicht so düster, wie das Klischee will. Denn Drogen und Waffen nehmen einen eher kleinen Teil des Darknets ein. Den viel größeren Part hat der legale Handel. Alexandra Ehrlich Speiser geht es vielmehr darum zu zeigen, wie leicht es ist, an Waffen zu kommen.


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