Am 11. März erschossen Schicksal der toten Bärin Tips aus Osnabrücker Zoo ist entschieden

Tips. Archivfoto: Michael GründelTips. Archivfoto: Michael Gründel

Osnabrück. Nach rund sieben Wochen hat sich der Zoo Osnabrück entschieden, was mit Tips passieren soll. Die Hybridbärin war am 11. März aus ihrem Gehege entkommen und erschossen worden.

Tips soll einer wissenschaftlichen Einrichtung übergeben werden, bestätigte der Zoo auf Nachfrage unserer Redaktion. Die Geschäftsführung habe die Entscheidung gemeinsam mit den betreffenden Tierpflegern getroffen, teilte eine Sprecherin am Freitag mit.

Noch nicht entschieden sei, welche Einrichtung den toten Körper erhalten soll, welchen der Zoo weiterhin tiefgekühlt lagert. Es habe weltweite Anfrage an den Zoo gegeben.

Ausgebrochen und erschossen

Tips war am 11. März aus ihrem Gehege ausgebrochen und auf der Flucht von einem Zoomitarbeiter erschossen worden, um Besucher und Mitarbeiter zu schützen. Die Bärin hatte zuvor einen 1,20 Meter hohen elektrischen Zaun überwunden, danach die 35 mal 40 Zentimeter große Fuchsklappe und zuletzt einen vier Meter hohen Stabgitterzaun. Die Schwachstellen des bis zum Ausbruch als bärensicher geltenden Geheges besserte der Zoo derweil aus.

Schon kurz nach der Tötung der Bärin hatte es Anfragen von Naturkundemuseen gegeben, die das tote Tier ausstellen wollten. Der Zoo erteilte ihnen eine Absage.

Ein Leser unserer Zeitung sah die Bärin Tips im Zoo Osnabrück und fotografierte sie, kurz bevor sie erschossen wurde. Foto: NOZ

Mehrere Möglichkeiten

Dem Tierkörperbeseitigungsgesetz zufolge hatte der Zoo mehrere Möglichkeiten, was mit Tips‘ Überresten geschehen sollte. Möglich wäre gewesen, ihn in einer Tierbeseitigungsanlage beseitigen zu lassen. Die Verfütterung an andere Tiere wäre ebenfalls in Frage gekommen. Mit einer gesonderten Erlaubnis wäre es sogar möglich gewesen, ihn zu begraben.

Die vierte Möglichkeit, für die sich der Zoo entschied, ist die Überlassung des Kadavers an eine wissenschaftliche Einrichtung.


Tierkörperbeseitigungsgesetz (TierKBG; Auszüge)

§ 3 Grundsatz

(1) Tierkörper, Tierkörperteile und Erzeugnisse sind so zu beseitigen, dass

1. die Gesundheit von Mensch und Tier nicht durch Erreger übertragbarer Krankheiten oder toxische Stoffe gefährdet,

2. Gewässer, Boden und Futtermittel durch Erreger übertragbarer Krankheiten oder toxische Stoffe nicht verunreinigt,

3. schädliche Umwelteinwirkungen im Sinne des Bundes-Immissionsschutzgesetzes nicht herbeigeführt,

4. die öffentliche Sicherheit und Ordnung sonst nicht gefährdet oder gestört werden.

Die Belange des Naturschutzes und der Landschaftspflege sowie des Städtebaues sind bei Errichtung und Betrieb von Tierkörperbeseitigungsanstalten zu wahren.

§ 5 Beseitigung von Tierkörpern

(1) In Tierkörperbeseitigungsanstalten sind zu beseitigen

2. Körper von Tieren, die in Zoologischen Gärten oder ähnlichen Einrichtungen sowie in Tierhandlungen gehalten werden.

§ 8 Ausnahmen

(1) Die zuständige Behörde kann, soweit der Grundsatz des § 3 gewahrt bleibt, auf Antrag zulassen

1. die Verfütterung von Tierkörpern, die

b) in Zoologischen Gärten und ähnlichen Einrichtungen sowie in Pelztierzuchten aus der eigenen Tierhaltung anfallen.

(2) Die zuständige Behörde kann auf Antrag, soweit der Grundsatz des § 3 gewahrt bleibt,

1. Ausnahmen von § 5 Abs. 1 Satz 1, § 6 Abs. 1 Satz 1 und § 7 Abs. 1 Satz 1 für wissenschaftliche Anstalten oder ähnliche Einrichtungen für die in deren Betrieb anfallenden Tierkörper, Tierkörperteile und Erzeugnisse, die in hierfür genehmigten Anlagen beseitigt werden, zulassen.

(3) Die zuständige Behörde kann

2. im Einzelfall aus besonderen Gründen eine anderweitige Beseitigung, insbesondere durch Vergraben, außerhalb von Tierkörperbeseitigungsanstalten zulassen, wenn dabei der Grundsatz des § 3 gewahrt bleibt.

§ 13 Verwahrungspflicht

Bis zur Abholung durch den Beseitigungspflichtigen oder zur Ablieferung sind die Tierkörper, Tierkörperteile und Erzeugnisse getrennt von Abfällen so zu verwahren, dass Menschen nicht unbefugt und Tiere nicht mit ihnen in Berührung kommen können. Sie sind vor Witterungseinflüssen geschützt aufzubewahren. Die Tierkörper dürfen während dieser Zeit nicht abgehäutet, geöffnet oder zerlegt werden. Das Verbot gilt nicht für Zerlegungen durch den beamteten Tierarzt.

Quelle: www.vetion.de/gesetze/Gesetzestexte/TierKBG.htm?mainPage=1

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