Alleinerziehende Studenten Osnabrücker Förderprogramm Madame Courage erhält Spende

Von Vincent Buß

Die Spende für Madame Courage entgegen nahmen Sabine Jösting (von links), Birgit Ottens und Bettina Charlotte Belker von Stefan Huskobla und Marcel Reinhardt. Foto: Egmont SeilerDie Spende für Madame Courage entgegen nahmen Sabine Jösting (von links), Birgit Ottens und Bettina Charlotte Belker von Stefan Huskobla und Marcel Reinhardt. Foto: Egmont Seiler

Osnabrück. Dank einer Spende kann das Förderprogramm Madame Courage Osnabrück auch in diesem Jahr alleinerziehenden Studierenden helfen, trotz finanzieller Notlage ihren Abschluss zu erlangen.

Mit 5000 Euro unterstützt die Osnabrücker Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Huskobla und Kollegen das Förderprogramm von Universität, Hochschule und dem Sozialdienst katholischer Frauen (SfK). Ausschlaggebend war laut Marcel Reinhardt von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, dass das Geld Menschen aus der Region zugutekomme, die ihren Abschluss erlangen wollen, aber finanziell nicht dazu in der Lage seien. An Fachpersonal bestehe schließlich immer Interesse, ergänzt sein Kollege Stefan Huskobla.  (Weiterlesen: Doppelt so viele Alleinerziehende erhalten Unterhalt)

Dass alleinerziehende Studierende überhaupt auf die Förderung angewiesen seien, liege an einer „Lücke im Bafög“, so Bettina Charlotte Belker, Gleichstellungsbeauftragte der Hochschule Osnabrück. „Wenn jemand länger als die Regelstudienzeit braucht, bekommt er kein Bafög mehr und müsste sich exmatrikulieren, um Hartz IV zu erhalten.“ Dann habe die Person allerdings auch keinen Abschluss. Eine Zwickmühle. „Solange es diese Lücke noch gibt, ist Madame Courage notwendig“, sagt Belker. Das Ziel ist laut SfK-Geschäftsführerin Birgit Ottens, die eigenständige Existenz der Studierenden zu sichern.

Abschluss muss erreichbar sein

Betroffene Frauen und Männer können eine Förderung in etwa der Höhe ihres Bafög-Satzes erhalten, müssen das Geld aber nicht zurückzahlen. Wichtig ist, dass Bewerber ihren Abschluss in zwei Semestern schaffen können, denn so lange unterstützt Madame Courage sie maximal. „Wir müssen schließlich sorgfältig mit den Spendengeldern umgehen“, erklärt die Gleichstellungsbeauftragte der Universität Osnabrück, Sabine Jösting. Bewerben können sich Studierende der Universität und Hochschule, die in Stadt oder Landkreis Osnabrück wohnen.  (Weiterlesen: Wie unterstützt die Uni Osnabrück studierende Mütter und Väter?)

Im Jahr 2016 förderte Madame Courage sechs Personen mit insgesamt sieben Kindern, wofür fast 14.000 Euro Spenden benötigt wurden. Zwei schafften ihren Abschluss, drei verbleiben 2017 im Programm. Zusätzlich ist ein weiterer Antrag in Bearbeitung. Insgesamt haben bisher 17 Studierende zwischen Anfang 20 und Mitte 30 profitiert. Manche waren noch schwanger, andere hatten schon 14-jährige Kinder. Ein Aspekt eint alle: Sie sind Frauen. Jösting schlussfolgert: „Bei Alleinerziehenden gibt es noch einen Geschlechter-Bias.“

(Alles rund ums Studium in Osnabrück gibt es auf unserer Themenseite)


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN