Dichter für den guten Zweck Benefiz-Poetry-Slam im „Zauber von OS“


Osnabrück. Mal schräg und witzig, mal fantasievoll und pathetisch – so präsentierten sich vier junge Dichter beim Benefiz-Poetry Slam im „Zauber von OS“. Veranstalter war der Rotaract Club Osnabrück, der den Reinerlös des Abends dem Förderverein des Christlichen Kinderhospitals spendete.

„Komplett selbstverfasst, Kenntlichmachung von Zitaten und keine Kostüme“ lautete die Vorgabe von Moderator Tobias Bischoff an die Poeten des Abends. Und auch die rund 60 Besucher hatten einen wichtigen Part zu erfüllen: Mit Applaus und Zahnstochern bestimmten sie über den König im Dichterwettstreit.

Sprechender Kuchen

Moderator Bischoff legte selbst mit einem Text vor. Ein sprechender Kuchen, Politkrawall-Initiator Björn Höcke und Star-Trek-Commander Picard tauchten darin auf. Demonstriert wurde, was einem ein LSD-Rausch alles imaginieren kann und dass der Fantasie keine Grenzen gesetzt sind.

Tom Herter bestieg als erster Poet die Europaletten-Bühne. Mit viel Humor nahm er seine Körperlichkeit aufs Korn. Es ging um wohlmeinende Ratschläge („Sie sind zu klein für ihr Gewicht“), eine ultimative Kalorienzähler-App und die Erkenntnis: „Ein bisschen dick, ist nicht so slim.“ Herter, der Pastor und aktueller Preacher-Slam-Gewinner Osnabrücks ist, scheiterte in einem zweiten Text nur scheinbar an der Aufgabe, ein Slam-Text zu verfassen. Richtig gut seine Recherchen, wie Frisörsalons heißen: Nachhair, KammIn oder Hairport konnte er nennen, ebenso wie: „Auch mein Nachname würde sich prima eignen: Tom Hairter.“

Nachdenkliches

Sadaf Zahedi trug Nachdenkliches vor, und zwar frei und ohne Vorlage. Die 32-jährige Autorin von Lyrik-Anthologien mahnte die Möglichkeit an, der Welt durch eigenes Tun die Richtung vorzugeben und die verändernde Macht der Liebe zuzulassen. Zahedis Art nebst Qualität des Vortrags befand das Publikum finalwürdig.

Ein bisschen Nabelschau präsentierte Slam-Newcomer Sven Zimmermann. Seine Botschaft: „Je weniger man über sich nachdenkt, desto glücklicher ist man.“ Der Nordhorner verriet in einer Pause auch, warum er öffentlich Innerliches vortrage. „Für mich ist das ein Ventil, um Kreativität herauszulassen.“

Schnelles Feedback

Sehr dankbar für die Form des Poetry Slam ist Lukas Linzer. „Viel cooler als der Applaus, ist die Möglichkeit ein schnelles Feedback zu bekommen“, sagte der Student der evangelischen Theologie. Über deren „kleine Schwester“, die Philosophie, sinnierte Linzer und er trug sein bibel- und mytheninspiriertes Märchen „Die Legende der Löwenkrieger“ vor.

Basisdemokratisch über Applaus und Zahnstocher-Voting bestimmte das Publikum dann Sadaf Zahedi und Tom Herter in das Finale, das der Pfarrer schließlich für sich entschied.

Mit ihrem ersten Benefiz-Poetry-Slam erzielte der Rotaract Club Osnabrück einen Reinerlös von rund 500 Euro. Er wird dem Förderverein des Christlichen Kinderhospitals „Gecko“ und dessen Freibettenfonds zur Verfügung gespendet.


0 Kommentare