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Ziel: Rechtsabbiegeverbot für Lkw Neuer Versuch: Osnabrück will B68 verlegen lassen

An der Johannistorwall und Kommenderiestraße sind 2014 zwei Radfahrer unter abbiegenden Lkw gestorben. Foto: Jörn MartensAn der Johannistorwall und Kommenderiestraße sind 2014 zwei Radfahrer unter abbiegenden Lkw gestorben. Foto: Jörn Martens

Osnabrück. Die Stadt will einen weiteren Versuch unternehmen, die B68 verlegen zu lassen – diesmal aber nicht aus Osnabrück heraus. Das bestätigte Stadtbaurat Frank Otte auf Nachfrage unserer Redaktion.

Diesmal ist nicht das Ziel, den innerstädtischen Teil der Bundesstraße auf umliegende Autobahnen zu verlegen. „Wir überlegen, ob es sinnhaft ist, die B68 von der westlichen Seite des Walls auf die östliche Seite zu verlegen“, sagt Otte. Derzeit führt die B68 von Cloppenburg über Osnabrück, Bielefeld und Paderborn nach Warburg – in Osnabrück über die Bramscher Straße, Hasetor- und Schlosswall, Johannisstraße und Iburger Straße. Bei einer Verlegung auf die östliche Seite würde die B68 über den Erich-Maria-Remarque-, Goethe- und Konrad-Adenauer-Ring sowie sowie Petersburger Wall verlaufen.

Ziel sei es, den Lkw-Verkehr nach mehreren tödlichen Unfällen mit Radfahrern auf dem Wall anders zu führen und ein Rechtsabbiegeverbot für Schwerlast-Lkw einzuführen. Verlaufe die B68 auf der östlichen Seite des Walls, wäre das einfacher umzusetzen, sagt Otte. Dann würden die Lkw etwa nach links in die Iburger Straße abbiegen und nicht – wie bislang – rechts. Das könnte tödliche Abbiegeunfälle wie die beiden mit Radfahrern im Jahr 2014 verhindern. „Das ist das vordergründige Ziel“, sagt Otte.

Zudem seien auf der östlichen Seite des Walls weniger Anwohner vom Lkw-Verkehr betroffen, sagt Otte. So sei die Wohndichte zwischen Hasetor und Berliner Platz relativ gering, sagt der Stadtbaurat. An die Verlegung verknüpft Otte zudem die Hoffnung, dass weniger Lkw-Fahrer die Stadt durchqueren.

Noch sei die Planung aber in „einem frühen Stadium“, sagt Otte. „Wir untersuchen das gerade.“ Einen Zeitplan gibt es daher noch nicht. Otte rechne nicht damit, der Politik einen Plan vor der Sommerpause vorlegen zu können. Mit der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr habe die Verwaltung bereits Kontakt aufgenommen. Diese habe mitgeteilt, die Pläne ans Niedersächsische Verkehrsministerium zu schicken. Dieses würde sich dann mit der Landesbehörde abstimmen.

Vier Todesopfer

Es ist nicht der erste Versuch, die B68 verlegen zu lassen. Nach vier tödlichen Unfällen auf dem innerstädtischen Bereich der B68 in den vergangenen Jahren – drei davon in 2014 – hatte sich Otte auf Bitte des Oberbürgermeisters Wolfgang Griesert im November 2014 an das Bundesverkehrsministerium gewandt und die Verlegung der Bundesstraße auf die Autobahnen rund um Osnabrück beantragt.

Die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr lehnte die Herabstufung der B68 wegen ihrer „herausragende Bedeutung innerhalb des Verkehrsnetzes“ ab und knüpfte die Verlegung an den Lückenschluss der A33 Nord an die A1. Eine Umleitung der B68 auf die A1 und A30 würde die ohnehin überlasteten Trassen zusätzlich belasten.


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