Kritik an Terminvergabe Monatelange Wartezeiten in der Ausländerbehörde Osnabrück

Trotz Terminvergabe via Internet oder am Terminal der Behörde müssen Kunden für einen Termin bei der Ausländerbehörde zurzeit sehr viel Zeit mitbringen. Foto: David EbenerTrotz Terminvergabe via Internet oder am Terminal der Behörde müssen Kunden für einen Termin bei der Ausländerbehörde zurzeit sehr viel Zeit mitbringen. Foto: David Ebener

Osnabrück. Der Gang zur Ausländerbehörde erfordert derzeit viel Geduld und Ausdauer – bis zu fünf Monate Wartezeit müssen aufgebracht werden, um Arbeitserlaubnis, Pass oder Visum zu beantragen. Der Stadt sind die Probleme bekannt. Sie verweist auf kurzfristig bereitgestellte Termine und zusätzliches Personal.

„Ich fühle mich im Stich gelassen. Man ist in einer Notlage und muss fünf Monate auf einen Termin warten. Das ist für mich eine unmögliche Situation“, sagte ein Betroffener im Gespräch mit unserer Redaktion. Seiner Frau – einer gebürtigen Thailänderin, die im Ausland lebt und arbeitet – seien die Dokumente gestohlen worden. Der Mann suchte Rat und Hilfe bei der Ausländerbehörde, wurde jedoch auf die Online-Terminvergabe der Behörde verwiesen, ohne kurzfristigen Erfolg. „Die Zustände haben sich im Vergleich zum Vorjahr deutlich verschlechtert“, resümierte der Mann.

Bereits im Sommer des vergangenen Jahres mussten bis zu drei Monate Wartezeit bei der Ausländerbehörde in Kauf genommen werden, um einen Termin zu bekommen. Zuvor wurden Anliegen auch spontan, ohne vorherige Terminabsprache, bearbeitet, mit teils stundenlangen Wartezeiten vor Ort. Aus diesem Grund wurde auch in der Ausländerbehörde, die bereits im Bürgeramt getestete Terminvergabe via Internet oder am Terminal vor Ort umgesetzt. Um Wartezeiten für Betroffene zu reduzieren, wurden kurzfristig frei werdende Termine für den nächsten Tag freigeschaltet, abhängig von der Personalkapazität der Behörde.

Terminvergabe umgestellt

Zusätzlich wurde zum Jahreswechsel das System der Terminvergabe verändert, um mehr tagesaktuelle Termine bereitzustellen, wie Sandra Solf vom Fachbereich Bürger und Ordnung erklärte. Dadurch verschiebe sich die Wartezeit für langfristige Termine auf mehrere Monate. „Mir persönlich wäre es lieber vor Ort zu warten. Die Online-Terminvergabe ist wie eine Lotterie, da man nie weis, ob man einen Termin für den nächsten Tag bekommt oder nicht“, äußerte sich der betroffene Mann. Außerdem habe man keine Planungssicherheit, sollte man am kommenden Tag arbeiten müssen oder spontan eine Betreuung für die Kinder organisieren.

Die Stadt Osnabrück zeigt Verständnis für die Kritik an den langen Wartenzeiten bei der Ausländerbehörde. Sie verweist auf zwei zusätzlich geschaffene Stellen sowie einen Mitarbeiter, der im Wartebereich Kunden bei der Terminvergabe zur Seite stehe. Täglich würden ab 17 Uhr Termine für den Folgetag (außer am Dienstag) freigegeben werden, die teils mehrere Stunden zur Verfügung ständen. „Allerdings kann es aufgrund technischer Einschränkungen im Browser sein, dass die Seite aktualisiert oder Cache und Cookies gelöscht werden müssen“, erklärte Nina Hoss, von der Pressestelle der Stadt Osnabrück.


Cache und Cookies

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