Boardinghaus „Adelhoff“ Luxuriöses Wohnen auf Zeit in Osnabrück

Von Sebastian Philipp


Osnabrück. Landwirtschaftsschule, Polizeidienststelle und jetzt Boardinghaus: Unternehmer Eugen Drehband hat einem villenartigen Gebäude an der Osnabrücker Petersburg neues Leben eingehaucht. Vor allem Geschäftsleuten bietet er im „Adelhoff“ ein luxuriöses Wohnen auf Zeit an.

Boardinghäuser, also Beherbergungsbetriebe mit Apartments, in denen ein längerer Aufenthalt geplant ist, erfreuen sich immer größerer Beliebtheit – nun auch in Osnabrück. „Das Konzept habe ich schon lange im Kopf“, sagt Unternehmer Eugen Drehband. Doch bis der Osnabrücker mit russischen Wurzeln seine Idee von einem Boardinghaus in die Realität umsetzen konnte, mussten im wahrsten Sinne des Wortes einige Steine aus dem Weg geräumt werden. Im Jahr 2013 kaufte Drehband die damals leer stehende Immobilie, die vorher die Malteser und eine Polizeidienststelle beherbergte. Ursprünglich war in dem fast 100 Jahre alten Gebäude mit deutlichen historistischen Zügen – Baujahr 1925 – eine Landwirtschaftsschule untergebracht. „Wir haben das Haus komplett kernsaniert und dabei durchaus die ein oder andere Überraschung erlebt“, sagt Drehband.

Gute Zusammenarbeit mit der Denkmalschutzbehörde

Was der Unternehmer meint, sind die typischen Hindernisse bei Altbausanierungen. „Da ist übertrieben gesagt ja kaum etwas im rechten Winkel.“ Drehband ließ das Fundament trockenlegen, die Böden erneuern, Leitungen und die Fenster erneuern – „im Prinzip also alles.“ Für die Arbeiten im Gebäude nahm sich der Unternehmer Zeit: Drei Jahre hat es gedauert von der ersten Baugenehmigung bis zur Fertigstellung vor einigen Wochen. Dass die Sanierung von denkmalgeschützten Gebäuden bisweilen kein reines Zuckerschlecken ist, weiß auch Wolfgang Griesert, selbst von Hause aus Architekt. Den Oberbürgermeister konnte Drehband bei einem Unternehmensbesuch an der Ecke Klöntrupstraße/ An der Petersburg aber beruhigen: Die Zusammenarbeit mit der städtischen Denkmalschutzbehörde habe hervorragend geklappt.

Unterschiedliche Zimmerkategorien

Auch wenn im Inneren immer noch kleinere Bezüge zur einstigen Nutzung als Landwirtschaftsschule zu entdecken sind, hat das Gebäude aus dem Historismus heute einen komplett anderen Zweck. Das Boardinghaus soll vor allem Geschäftsreisenden und Projektmitarbeitern mit einem längeren Aufenthalt in Osnabrück eine vorübergehende Heimat bieten. „Wir haben aber zum Beispiel auch Ärzte zu Gast und natürlich ganz normale Urlauber“, stellt Drehband fest. Jedes der 23 Zimmer verfügt über mindestens eine kleine Küchenzeile, sodass sich die Bewohner selbst verpflegen können. Im „Adelhoff“ gibt es unterschiedliche Zimmerkategorien: angefangen beim klassischen Apartmentzimmer für zwei Personen bis zur geräumigen Dreiraumwohnung. „Die größeren Apartments sind besonders geeignet, wenn Gäste am Wochenende ihre Familie einladen möchten“, erklärt der Unternehmer.

Jedes Apartment im Boardinghaus „Adelhoff“ ist individuell eingerichtet. Foto: David Ebener

Kein Hotel

Eine besondere Atmosphäre hat Drehband im straßenabgewandten Teil des Hauses geschaffen. Zwischen den beiden Gebäudeteilen hatte die Polizei einst eine Garage und darauf eine Terrasse errichten lassen. Drehband hat auf diesem Fundament den „Living Room“ geschaffen – eine Art stylischer Aufenthaltsraum, in dem gefrühstückt oder ein abendlicher Wein zu sich genommen werden kann. Ein Hotel ist das Adelhoff formell nicht – und will es auch nicht sein, wie Drehband betont. „Jedes Apartment ist individuell gestaltet. Gleich ist nur, dass der Gast mit seinem Koffer reinkommt und sich sofort in einer voll ausgestatteten Umgebung befindet.“

Am 6. Mai öffnet das „Adelhoff“ zum Tag der offenen Tür, am 25. Juni findet im Osnabrücker Golfclub der Adelhoff-Cup statt.


Mehr zum „Adelhoff“ auf www.adelhoff.com und per Telefon unter 0541/44099198.