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Veranstaltung auf Marktplatz Osnabrück Polizei prüft Ermittlungen wegen Hitlergruß bei AfD-Kundgebung

Während die AfD-Politikerin Beatrix von Storch auf dem Marktplatz zu Interessierten und Anhängern spricht, zeigt ein Mann in der vordersten Reihe eine Geste, die ziemlich eindeutig als „Hitlergruß“ zu identifizieren ist. Screenshot: noz.deWährend die AfD-Politikerin Beatrix von Storch auf dem Marktplatz zu Interessierten und Anhängern spricht, zeigt ein Mann in der vordersten Reihe eine Geste, die ziemlich eindeutig als „Hitlergruß“ zu identifizieren ist. Screenshot: noz.de 

Osnabrück. Die Polizei prüft derzeit, ob Ermittlungen gegen einen Mann eingeleitet werden, der auf der AfD-Veranstaltung am Dienstag den sogenannten Hitlergruß gezeigt hat. Gleichzeitig wehrt sich die Polizei gegen Vorwürfe, Beamte hätten den Straftatbestand ignoriert.

Dienstagabend gegen 19 Uhr: Während die stellvertretende Bundessprecherin der AfD, Beatrix von Storch, auf dem Marktplatz zu ihrem Publikum spricht, zeigt ein Mann in der vordersten Reihe eine Geste, die ziemlich eindeutig als „Hitlergruß“ zu erkennen ist. Der Mann steht direkt vor dem Absperrgitter, das Storch und ihr Publikum trennt. In unmittelbarer Nähe stehen auch mehrere Polizeibeamte, die einen freien Blick auf den Mann haben, aber nicht tätig werden. Der „Hitlergruß“ ist in Deutschland verboten und wird als Straftat verfolgt. (Weiterlesen: AfD-Wahlkampfauftakt in Osnabrück: 2000 bei Gegendemo vor Rathaus)

Polizeisprecher Frank Oevermann sagte am Mittwoch gegenüber unserer Redaktion, die Polizei prüfe derzeit, ob es sich um einen „Hitlergruß“ gehandelt habe und dementsprechend ein Ermittlungsverfahren gegen den Mann eingeleitet werde.

Geste wahrgenommen?

Des Weiteren sollen die Beamten befragt werden, die in der Nähe postiert waren. „Die Polizei verwahrt sich aber dagegen, den Beamten zu unterstellen, sie hätten eine Straftat beobachtet, wären aber nicht eingeschritten“, sagte Oevermann weiter. Es habe sich um eine Geste gehandelt, die nur wenige Augenblicke gedauert habe, es sei fraglich, ob die Polizisten sie überhaupt wahrgenommen hätten.

Laut Oevermann ist die Polizei auf den Mann über die Sozialen Netzwerke aufmerksam gemacht worden. Offenbar hatten mehrere Menschen das Video unserer Redaktion gesehen (zu finden am Ende dieses Textes), auf dem nach etwa 50 Sekunden sein gestreckter rechter Arm sowie seine flache Hand zu erkennen sind. Die Polizei sei gerade dabei, ihre eigenen Videos auszuwerten, so Oevermann.

Von Storch teilt Video

AfD-Politikerin Beatrix von Storch hatte das etwa 2 Minuten und 40 Sekunden lange Video auf ihrer Facebookseite geteilt und dazu geschrieben: „Ein kleiner Eindruck heute aus Osnabrück von den A-Faschisten, die andere Meinungen nur deswegen nicht niederknüppeln, weil sie die Polizei daran hindert.“ Mit den „A-Faschisten“ sind vermutlich Antifaschisten gemeint.

Auf den „Hitlergruß“ geht sie nicht ein. In einem weiteren Post wirft sie den Gegendemonstranten vor, sie hätten verhindert, dass mehr Zuhörer zu ihrer Kundgebung gekommen seien. Die Polizei schätzt die Zahl der Kundgebungsteilnehmer aufseiten der AfD auf 85 Personen, die Zahl der Gegendemonstranten auf 1200. Auf dem Platz vor der Bühne hatten sich nach Schätzungen unserer Redaktion letztlich etwa 40 AfD-Anhänger eingefunden.

Etwa 500 AfD-Gegner setzten sich demnach gegen 18.15 Uhr vom Neumarkt aus in Bewegung, gingen zu Fuß zum Theatervorplatz und wenig später zum abgesperrten Marktplatz. Dort befanden sich laut Polizei weitere 700 Demonstranten, die mit Absperrgittern von den Teilnehmern der AfD-Kundgebung getrennt waren.

Strafanzeigen wegen Widerstand

Vereinzelt gab es laut Polizei Versuche von Demonstranten, in den abgesperrten Bereich zu laufen, die aber verhindert wurden.

Am Rißmüllerplatz stürmten nach Angaben der Polizei vor der Veranstaltung etwa 20 Gegner der AfD auf die Fahrbahn und versuchten den Fahrzeugkonvoi mit der AfD-Rednerin Beatrix von Storch aufzuhalten. Polizisten drängten die Gruppe ab.

Gegen sechs Personen wurden Strafanzeigen wegen Widerstandes gegen Polizeibeamte und Körperverletzung erstattet.


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