War schon bei „Wetten dass?“ in China Pianist Joja Wendt gastiert in der Osnabrück-Halle

Verbindet bei seinen Auftritten verschiedene Musikrichtungen: Joja Wendt. Foto: Jörn MartensVerbindet bei seinen Auftritten verschiedene Musikrichtungen: Joja Wendt. Foto: Jörn Martens

Osnabrück. „Die Kunst des Unmöglichen“ lautet das Motto der Pianoshow, die der Hamburger Musiker Joja Wendt seinen Osnabrücker Fans präsentiert. Authentisch und mit Groove verbindet er die unterschiedlichsten Musikstile - und interagiert mit seinem Publikum.

JJoja Wendt kann alles: Klassik, Boogie Woogie, Jazz, Blues, Rock’n’Roll und Pop. Wenn er sein Publikum besonders berühren will, dann spielt er das „Geisterhaus“. Finster und schaurig tönt es aus dem Piano und manchmal lässt er sich bei der Erzeugung der spukigen Klänge helfen. „Ich hatte schon öfter Kinder auf der Bühne, die richtig darin aufgegangen sind, Gruselsounds aus dem Flügel herauszuholen“, sagt Wendt. Der Pianist sieht es als seine Aufgabe an, die Musik, die er mag, anderen Menschen auf ganz besondere Art und Weise näher zu bringen.

„Musik und Klavierspielen ist mein Leben“, sagt der Hamburger, der mit seiner Show schon an vielen Plätzen der Welt aufgetreten ist. Weil es für ihn dazu gehört, mit seinen Zuschauern zu kommunizieren, bevorzugt er deutsches und englischsprachiges Publikum. „In China brauchte ich einen Dolmetscher. Das machte die Sache ein wenig komplizierter“, sagt Wendt. Wenn man ihn fragt, wie es dazu gekommen ist, dass er in China spielte, erzählt er eine Geschichte: „Es war zu ,Wetten, dass?‘-Zeiten mit Thomas Gottschalk. Ich trat in seiner Show auf und da kamen einige Chinesen und meinten, sie hätten auch ,Wetten, dass?‘ und ob ich nicht bei ihnen auftreten könnte. Also habe ich mir etwas Besonderes ausgedacht: Ich habe den Flügel zugeklappt, ein Tischtennisnetz am Deckel befestigt und zwei chinesische Ping Pong-Weltmeister eingeladen. Die beiden haben den Ball zu meinen Rhythmen über den Flügel gespielt. Das Publikum war komplett aus dem Häuschen.“ Seit dieser Show ist Joja Wendt in China ein Star und wurde schon in die größten TV-Unterhaltungssendungen eingeladen. Stets dreht es sich bei ihm um das Piano. „Es ist ein ganz besonderes Instrument mit vielen Möglichkeiten. Man kann Melodien spielen, Harmonien, man kann es sanft oder perkussiv einsetzen, wie ein ganzes Orchester.“ Er spricht von einem „eigenen Universum“, das man mit dem Instrument entstehen lassen kann.

„Die Kunst des Unmöglichen“ heißt das Motto der aktuellen Joja Wendt-Tour. „In meiner Show verbinde ich verschiedene Musikrichtungen: zum Beispiel den „Hummelflug“ als Klassikthema mit HipHop-Groove oder Boogie mit Jazz. „Mashup“ nennt man das“, sagt Wendt. Zum Vergleich nennt er gerne die Doppelhelix als Struktur der DNA, die sich ineinander windet. So verbindet er am Piano verschiedene Motive zu einem treibenden Musikstück.

Vielleicht ist sein Interesse an naturwissenschaftlichen Themen der Tatsache gezollt, dass sein Vater Arzt war. „Ihm verdanke ich meine Ausbildung. Als ich ihm eröffnete, dass ich Profimusiker werden wolle, hat er zugestimmt, aber nur unter der Bedingung, dass ich Musik studiere, auch im Ausland.“

So konnte er denn auch das Angebot von Otto Waalkes annehmen, die Musik für seinen Film „7 Zwerge – Männer allein im Wald“ zu schreiben. „Hätte ich nicht während meines Studiums Komponieren gelernt, hätte ich Otto antworten müssen: Tut mir leid, das kann ich nicht. So konnte ich aber anfangen, Songs zu schreiben. Otto habne die so gut gefallen, dass der Kompositionsauftrag an mich ging.“


Pianist Joja Wendt: „Die Kunst des Unmöglichen“. Samstag, 29. April, 20 Uhr, Osnabrückhalle.

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