Material aus New York Ausstellung zu Hans Gál im Osnabrücker Theater

Von Jan Kampmeier

Fotos, Programmzettel und Notenblätter sind in der Ausstellung zu sehen, die Ulrike Schumann konzipiert hat. Foto: HehmannFotos, Programmzettel und Notenblätter sind in der Ausstellung zu sehen, die Ulrike Schumann konzipiert hat. Foto: Hehmann

Osnabrück. Das Theater zeigt ab Dienstag eine Ausstellung zu Leben und Werk des Komponisten Hans Gál, dessen Oper „Lied der Nacht“ kommende Woche Premiere hat.

„Wir würden heute wahrscheinlich Drohbriefe bekommen“, meint Dramaturgin Ulrike Schumann und amüsiert sich über einen alten Programmzettel, auf dem auch eine Anzeige zu sehen ist: „Werbung für Büstenhalter, direkt unter Hans Gál.“ Seit Dienstag ist im Marmorfoyer des Theaters unter dem Titel „Zufall entscheidet so viel im Leben“ eine Ausstellung zu Leben und Werk des Komponisten Hans Gál zu sehen, dessen Oper „Das Lied der Nacht“ am 29. April Premiere hat und sieben mal gespielt werden wird.

„Wer war dieser Hans Gál, was hat er alles gemacht? Und er hat in seinem Leben sehr viel gemacht und sehr viel erlebt, er hat quasi ein Jahrhundert durchlaufen. Ich habe versucht, jedem Lebensabschnitt gerecht zu werden“, sagt Schumann. Die Bilanz von 97 Lebensjahren wird daher in 14 collagehaften Rahmen so präsentiert, dass man sie „in der Pause mit einem Glas Sekt in der Hand“ erfassen kann, so Schumann. Die Dramaturgin hat die Ausstellung konzipiert und spielt darauf an, dass sie nur während der Vorstellungen im Theater besucht werden kann. Natürlich wird das „Lied der Nacht“ in der Ausstellung etwas ausführlicher dargestellt, allein vier Rahmen hat Schumann mit Dokumenten zu dieser Oper ausgestattet, die im oberen Marmorfoyer hängen. Zu sehen sind alte Programmzettel, viele Fotos, handgeschriebene Notenblätter und die entsprechenden Seiten aus dem gedruckten Klavierauszug.

Material, um die Rahmen zu füllen, gab es reichlich. Es stammt aus York, wo Schumann im Februar Eva Fox-Gál „zu einem sehr intensiven Austausch“ besucht hat, die ihr den umfangreichen Nachlass ihres Vaters zeigte. „Da ist unheimlich viel vorhanden. Sie, ihr Mann und die beiden Kinder haben sich dem Erbe ihres Vaters angenommen und auch eine Hans Gál-Gesellschaft gegründet.“ Die Bekanntschaft mit der Komponistentochter war für Schumann offenbar ein Gewinn: „Das ändert ganz viel. Man nähert sich nicht mehr einem ganz fremden Gegenstand.“


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