CDU-Abgeordnete Connemann in Osnabrück „Familie ist nach wie vor der größte Pflegedienst“

Von Stefan Buchholz

Informierte in Osnabrück über den neusten Stand in Sachen Pflege: Die stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Gitte Connermann. Foto: Thomas OsterfeldInformierte in Osnabrück über den neusten Stand in Sachen Pflege: Die stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Gitte Connermann. Foto: Thomas Osterfeld

Osnabrück. Über den neuesten Stand zum Thema Pflege sprach jetzt Gitta Connemann im Haus der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Die stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion referierte auf Einladung des Landfrauen-Kreisverbandes Osnabrück.

Ihren Vortrag grundierte Connemann zunächst mit Zahlen: Aktuell sind rund 2,7 Millionen Menschen in Deutschland auf Pflege angewiesen. Tendenz rasant steigend, weil die Pflegebedürftigkeit im Alter auch die Babyboomer-Generation der 1950er- und 1960er-Jahre betreffen wird, so Connemann. Fakt sei derzeit ebenso, dass 70 Prozent der Pflegebedürftigen zu Hause versorgt werden. Die Hälfte von ihnen übrigens durch die Angehörigen. „Die Familie ist nach wie vor der größte Pflegedienst in Deutschland“, hielt die Politikerin fest.

Wie rechnen Pflegedienste ab

Was nun aber hat das Pflegestärkungsgesetz, also die Reform der bisherigen Pflegepraxis, bislang gebracht? Zum Beispiel die Abschaffung der sogenannten Minutenpflege. Wie aber rechnen die Pflegedienste jetzt ab?, wollte eine Teilnehmerin wissen. „Die Umstellung der Berechnung läuft. Derzeit stellt man auf ein bundesweit einheitliches EDV-System um“, wusste Connemann zu berichten.

Kombination von Leistungen

Informationsdefizite bei vielen, die mit Pflege zu tun haben, bestünden etwa bei der jetzt möglichen Kombination von Leistungen. „Sie können aus einem Bausatz von Pflegeleistungen eine Auswahl treffen, weil die Situation der Menschen ja unterschiedlich ist.“ Eingerichtet wurde zudem der Pflegevorsorgefonds, eine Art Sparkasse für die zu erwarteten hohen Zahlen an Pflegebedürftigen der Babyboomerjahrgänge, erläuterte die 52-jährige Connemann.

Definition der Pflegebedürftigkeit

Differenzierter gehe es nun auch bei Beurteilung der zu Pflegenden zu: Statt der bisherigen drei Pflegestufen gebe es nun fünf, sogenannte Pflegegrade. Anders ausgerichtet ist nun ebenfalls die Definition der Pflegebedürftigkeit: „Es kommt nun nicht mehr darauf an, was man aus welchem Grund nicht mehr kann. Was jetzt zählt, ist allein, welche Unterstützung ein Mensch braucht, um selbstständig leben zu können, gleich welches Defizit einer hat“, erläuterte Connemann.

Verhandlungen mit den Pflegekassen

Bessergestellt für die Verhandlungen mit den Pflegekassen seien nun auch jene Einrichtungen, die nach Tarif bezahlten. Ihre Entgeltordnung müsse nun beachtet werden, was beispielsweise tarifgebundene Wohlfahrtseinrichtungen im Wettbewerb nicht mehr benachteilige.

Gitta Connemann sitzt seit 2002 im Bundestag. Die gelernte Verkäuferin und studierte Juristin ist für die Bereiche Landwirtschaft und Ernährung, Kirchen und Petitionen zuständig.


1 Kommentar