Zuschüsse vom Land Umbau des Neumarktes soll im Herbst beginnen

Spiegeleffekt: In den Schutzdächern des neuen Busbahnhofs am Neumarkt sollen sich die Fahrgäste spiegeln. So sieht es der Gestaltungsentwurf vor, der mit Fördermitteln des Landes umgesetzt werden soll. Foto Jörn MartensSpiegeleffekt: In den Schutzdächern des neuen Busbahnhofs am Neumarkt sollen sich die Fahrgäste spiegeln. So sieht es der Gestaltungsentwurf vor, der mit Fördermitteln des Landes umgesetzt werden soll. Foto Jörn Martens

Osnabrück. Das Land Niedersachsen hat einen Zuschuss von knapp einer halben Million Euro für den Neubau des Busbahnhofs auf dem Neumarkt zugesagt. Die Umgestaltung des Neumarktes soll im Herbst beginnen.

Wann passiert endlich was auf dem Neumarkt? Während sich der Investor des Einkaufscenters mit konkreten Zeitangaben zum Beginn weiter bedeckt hält, will die Stadt die Neugestaltung des zentralen Platzes so schnell wie möglich in Angriff nehmen. „Im Sommer wollen wir ausschreiben, im Herbst mit den Arbeiten beginnen“, sagt Stadtbaurat Frank Otte. Für Mittwoch nach Ostern ist ein Abstimmungstermin mit Vertretern der Stadtwerke, Planer und Mitarbeitern aus dem Bauamt angesetzt, in dem die weiteren Schritte besprochen werden sollen.

Exakte Abstimmung nötig

Grundlage der Planungen ist der Gestaltungsentwurf des Büros Lützow 7 aus Berlin. Die Umsetzung ist nur in enger Abstimmung mit dem Centerinvestor und den Bauherrn des neuen Eckgebäudes vor H&M möglich. Die Bauabschnitte müssen exakt aufeinander abgestimmt sein, damit sich die Bauarbeiten nicht in die Quere kommen. Oberbürgermeister Wolfgang Griesert hält es für denkbar, dass mit den Bauarbeiten vor dem Landgericht gestartet wird. Die Führung des Busverkehrs werde wie beim Abriss des Neumarkttunnels „wieder eine Herausforderung“ werden.

Zuschuss für Bushaltestellen-Neugestaltung

Eine weitere Hürde hat die Stadt in der vergangenen Woche genommen. Wie der Landtagsabgeordnete Frank Henning (SPD) mitteilte, gewährt das Land einen Zuschuss von 473404 Euro für die Neugestaltung der Bushaltestellen. Insgesamt wird die Auffrischung des Busknotens rund 4,3 Millionen Euro kosten. Die Landschaftsplaner Cornelia Müller und Jan Wehberg aus Berlin, die im Gestaltungswettbewerb 2013 den Zuschlag der Jury bekamen, wollen mit dem neuen Busbahnhof ein kleines, aber ungewöhnliches Glanzlicht setzen. Sie schlagen Schutzdächer unterschiedlicher Größe und Form aus blank poliertem Edelstahl vor, in denen sich die Fahrgäste demnächst spiegeln, wenn sie nach oben blicken. Dass die Bussteige vor dem Landgericht verschwinden sollen, ist seit langem Konsens. Nach dem Willen der Stadtplaner bekommt der Neue Graben vor dem künftigen Einkaufszentrum einen lang gezogenen Bussteig. Die Bushaltestellen in der Johannisstraße rücken näher zum Neumarkt. Die Fahrgäste sollen in Zukunft direkt am Eingang des geplanten Einkaufszentrums ein- und aussteigen.

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Neuer Charakter

Der Neumarkt soll nach den Entwurf von Lützow 7 einen ganz neuen Charakter bekommen. Betonstreifen in verschiedenen Grautönen, Wasserspiele und Bäume sollen dem Platz mehr Aufenthaltsqualität geben. Unbeantwortet ist allerdings weiterhin die Frage, ob Autofahrer den Platz in Zukunft queren dürfen. Die Ratsentscheidung steht noch aus. Oberbürgermeister Wolfgang Griesert (CDU) meint, es sei rechtlich nicht möglich, den Neumarkt zur Fußgängerzone zu erklären, wie es die bunte Ratsmehrheit aus SPD, Grünen, FDP, UWG und Piraten vorhat. Nach der Absage der turnusmäßigen Ratssitzung am 25. April wird es frühestens in der nächsten Sitzung am 30. Mai eine Entscheidung geben.


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