Details werden noch erarbeitet Stadt Osnabrück nimmt Angeln wieder in den Ferienpass auf

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Die Angelaktion wird wieder als Programmpunkt in den Osnabrücker Ferienpass aufgenommen. Symbolfoto: Archiv/LewandowskiDie Angelaktion wird wieder als Programmpunkt in den Osnabrücker Ferienpass aufgenommen. Symbolfoto: Archiv/Lewandowski

pm/zud Osnabrück. Die Angelaktion wird wieder als Programmpunkt in den Osnabrücker Ferienpass aufgenommen. Das teilt die Stadt Osnabrück am Donnerstag in einer Pressemitteilung mit.

Nach Angaben der Stadt trafen sich am Mittwochabend die jugendpolitischen Sprecher der Ratsfraktionen, Vertreter der Verwaltung und der Niedersächsisch-Westfälischen Anglervereinigung, um sich über das Angeln als Ferienangebot für Kinder und Jugendliche in Osnabrück auszutauschen. Bei dem Treffen wurde die Entscheidung getroffen, das Angeln als Programmpunkt in den Ferienpass wieder aufzunehmen.

Die Inhalte und die Gruppengröße werden sich an der Altersstruktur und dem Reifegrad der Kinder orientieren. Details zum weiteren Vorgehen würden gemeinsam vom Angelverein und dem Fachdienst Jugend erarbeitet.

Peta-Anzeige im vergangenen Jahr

Die städtische Jugendpflege hatte die Angelaktion aus dem Ferienpassprogramm wegen ethischer Bedenken gestrichen. Die Stadt Osnabrück nahm nach Kritik an dem Angelangebot den Gedanken auf, ob es heute noch richtig sei, Angeln als Freizeitangebot in den Ferienpass aufzunehmen und entschied sich nach intensiver Diskussion zunächst dagegen. Grund dafür war, dass das Angeln im Rahmen des Ferienpasses als Freizeitangebot ausgerichtet und nicht primär dem Nahrungserwerb gewidmet war.

Im vergangenen Jahr hatte die Tierrechtsorganisation Peta Anzeige gegen den Leiter der Angelaktion im Nettetal wegen Tierquälerei erstattet. Das sei eine reine Quälerei gewesen, behauptete die Tierschutzorganisation. Peta argumentiert, Angeln als Freizeitaktivität sei weder ethisch noch pädagogisch sinnvoll. Fische seien dem Friedrich-Loeffler-Institut zufolge nachweislich schmerzempfindlich, daher sollten sie nicht zum Spaß getötet werden. Ferner sei das Töten von Tieren nur erlaubt, wenn es dem Nahrungserwerb diene.

Die Anzeige der Organisation lief jedoch ins Leere.

Streit beschäftigt auch Landtag

Dennoch strich die Jugendpflege das Angeln wegen ethischer Bedenken. Stadtjugendpfleger Hans-Georg Weisleder versicherte damals, die Anzeige habe nichts mit der Streichung aus dem Ferienpassprogramm zu tun. Stadtsprecher Jürgensen versichert ebenfalls: „Das hat nichts mit Peta zu tun.“ Die Peta-Anzeige habe als ein Punkt von vielen lediglich zum Nachdenken angeregt. Von einer Bevormundung durch die Tierrechtler könne keine Rede sein.

Die CDU und die FDP hatten mit scharfer Kritik auf die Streichung reagiert. Der Anglerverband Niedersachsen zeigte sich nicht minder empört und forderte die Rücknahme der Streichung der Angelaktion aus dem Osnabrücker Ferienpass. Der Streit beschäftigt inzwischen sogar den Landtag. Die CDU-Landtagsabgeordneten Martin Bäumer aus Glandorf und Burkhard Jasper aus Osnabrück haben eine mündliche Anfrage an die Landesregierung gestellt. „Wir wollen von dieser Landesregierung definitiv wissen, ob sie hinter dem Angeln und den mehr als 90.000 Anglern in Niedersachsen steht.“


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