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04.04.2017, 16:48 Uhr RAUBTIER-AUSBRUCH IM ZOO OSNABRÜCK

Zootierhaltung bleibt immer ein bisschen riskant

Kommentar von Sebastian Stricker

Bärin Tips tapst ins Wasser: So friedlich und verspielt wie hier im Frühling 2016 präsentierte sich das Raubtier oft den Besuchern im Zoo Osnabrück. Als sich ein Jahr später zufällig die Gelegenheit zum Ausbruch bot, zeigte sie plötzlich ihre wilde Seite. Foto: NOZ-Archiv/Michael GründelBärin Tips tapst ins Wasser: So friedlich und verspielt wie hier im Frühling 2016 präsentierte sich das Raubtier oft den Besuchern im Zoo Osnabrück. Als sich ein Jahr später zufällig die Gelegenheit zum Ausbruch bot, zeigte sie plötzlich ihre wilde Seite. Foto: NOZ-Archiv/Michael Gründel

Osnabrück. Im Zoo Osnabrück ist der Bär los: Was bis vor wenigen Wochen noch eine saloppe Redewendung war und nicht mehr meinte als harmlosen Besucherandrang und lange, aber ungiftige Schlangen an der Kasse, hat seit dem Raubtier-Ausbruch vom 11. März eine doppelte Bedeutung. Plötzlich steht der Satz auch für pure Lebensgefahr.

Der Vorfall vergegenwärtigt uns, dass nicht jeder knuddelige Bär, den wir aus nächster Nähe betrachten können, ein Teddy ist. Dass in den Gehegen am Schölerberg jede Menge wilde, instinktgesteuerte und bisweilen auch unberechenbare Geschöpfe gehalten werden, die keine menschlichen Fehler verzeihen. Und dass das Gefühl trügerisch ist, vor ihnen absolut sicher zu sein, nur weil uns im Augenblick ein hoher Zaun, ein tiefer Graben oder eine dicke Glasscheibe von ihnen trennt.

Hybridbärin Tips hat auf tragische Weise gezeigt: Es kann immer etwas passieren, womit keiner rechnet. Sich deshalb vor einem Zoobesuch zu fürchten, wäre allerdings töricht. Der Zoo Osnabrück hat das Zufallsereignis gewissenhaft aufgearbeitet, Schwachstellen ausgebessert und damit sein Möglichstes getan, um das Risiko eines erneuten Raubtier-Ausbruchs zu verringern.


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