Möglichen Arbeitsort kennengelernt Englischsprachige Osnabrück-Führung für Gastschüler


Osnabrück. Lehrer und Schüler aus vier verschiedenen Ländern haben jetzt die erste historische Stadtführung in englischer Sprache miterlebt. Auf Einladung der Europaschule BBS Pottgraben weilen sie in Osnabrück.

„Nicht damit gerechnet“ hat nicht nur der 16-jährige Iwan Petrov aus Pravets in Bulgarien, der die Architektur, die Atmosphäre und die Freundlichkeit in Osnabrück schätzt und sich gut vorstellen kann, später einmal in Deutschland zu studieren. Gemeinsam mit rund 50 weiteren Schülern und Lehrern auch aus Barcelona, Istanbul und der französischen Stadt Les Sables dólonne nahm er am letzten Meeting des sich über zwei Jahre erstreckenden, intensiven Austauschprojekts „Fit for Work in Europe“ teil, das durch das EU-Mobilitätsprogramm Erasmus Plus gefördert wurde.

Stadtgeschichte lebendig gemacht

Im Vorfeld der Abschiedsfeier in der Hausbrauerei Rampendahl erfuhren die Gäste an historischen Orten wie dem Alten Steinwerk, dem Innenhof hinter dem Haus der Jugend oder dem Marktplatz vor dem Rathaus noch etwas über die Gründung der Stadt durch Karl den Großen, den Westfälischen Frieden und den Alltag der damaligen Osnabrücker Kauf- und Geschäftsleute – in einer Form, die alle Teilnehmer der etwas anderen Stadtführung überrascht hat. In originalgetreuen Kostümen spielten die vier Stadtspieler typische historische Alltagsszenen nach, die von einer fachkundigen Stadtführerin beschrieben, erläutert und dabei geschichtlich eingeordnet wurden. Immer wieder wurden dabei die Gäste auch mit in die Szenen einbezogen. So wurde Stadtgeschichte hautnah und lebendig präsentiert.

Blick über den Tellerrand

Begeistert zeigten sich von diesem „actionreichen Spektakel“ auch die beiden türkischen Schülerinnen, die bei der Familie der Berufsschülerin Aylin in Bad Laer zu Gast waren – und nicht zuletzt auch durch das tägliche Pendeln mit dem Bus eine Woche lang Gelegenheit dazu hatten, Land und Leute kennenzulernen. Neben dem Kulturerlebnis und der Fremdsprachenförderung ist es das übergeordnete Ziel des „Fit for Work“-Projekts, dass Schüler in Europa nicht nur ihr eigenes Heimatland als potenziellen zukünftigen Studien- und Arbeitsort in Betracht ziehen, sondern über den nationalen Tellerrand hinaus die ganze Vielfalt und Bandbreite des gesamteuropäischen Bildungs- und Arbeitsmarktes kennenlernen.

Erweiterung des Horizonts

„Indem die Schüler sehen und erfahren, wo und wie andere studieren, erweitern sie auch den Horizont ihrer Möglichkeiten“, betonte die BBS-Fremdsprachenlehrerin und Projektinitiatorin und -leiterin Melanie Frömelt , die selbst einmal Erasmus-Studentin war . Auch verschiedene Betriebsbesichtigungen, Rollenspiele etwa zu den nationalen Unterschieden bei Bewerbungsgesprächen, Präsentationen an der Hochschule sowie ein Ausflug nach Hamburg waren Bestandteile des finalen einwöchigen Praktikums in Osnabrück. Gut möglich, dass einige der teilnehmenden Schüler nicht zum letzten Mal in der Stadt gewesen sind und dort in Zukunft studieren oder arbeiten werden.


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