Viele Freundschaften entstanden Gymnasium in der Wüste feiert 40 Jahre Schüleraustausch

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Osnabrück. Mit einem mehr als zweistündigen Festakt wurde im Gymnasium in der Wüste das 40-jährige Jubiläum des Schüleraustauschs mit dem Collège la Madeleine in der französischen Partnerstadt Angers gefeiert.

Von Musik über Tanzeinlagen bis hin zu Theaterszenen entfalteten Schüler beider Schulen einen farbenprächtigen Strauß an unterschiedlichen Aufführungen, um ihre langjährige Freundschaft gebührend zu würdigen. Nachdem die Gäste bereits im Foyer von der hauseigenen Brassband empfangen wurden, läutete gleich das ganze das Wüstenorchester mit Bizets Arlésienne den bunten Reigen an Programmpunkten ein, der von den Oberstufenschülern Jana Schauland und Joel Paz bilingual moderiert wurde.

Schüler kommen sich jeden Tag näher

Während Monika Wipperfürth als stellvertretende Schulleiterin anlässlich des 40. Schüleraustausch hervorhob, dass im Laufe der Jahrzehnte, in denen insgesamt mehr als 1000 Schüler die jeweils 1000 Kilometer entfernte Partnerschule besucht haben, „viele Freundschaften“ nicht nur zwischen Schülern, sondern auch zwischen Lehrern entstanden seien, unterstrich ihr französische Kollegin und Deutschlehrerin Francoise Morandi, dass es stets schön zu sehen sei, wie die in Gastfamilien untergebrachten Schüler sich „jeden Tag näher“ kommen.

Ab der sechsten Klasse bietet das Collège La Madeleine Deutsch als Unterrichtsfach an und motiviert in diesem Rahmen für den zukünftigen Austausch der Achtklässler. Jene 22 von ihnen, die sich im Jubiläumsjahr in Osnabrück befinden, traten beim Festakt als gemischter Chor auf und zeigten einen noch kurzfristig in der Mittagspause einstudierten „Rockabye“-Tanz.

Gemeinsam die Schulhymne gesungen

Die Wüstenschüler sangen neben einem Solo der Zehntklässlerin Lea Richter ein Original aus dem Film „Die Kinder des Monsieur Mathieu“, zeigten mit einem Improtheater, wie man mit wechselseitigen Klischees und Vorurteilen spielen kann, und ließen in einer Theaterszene auf Papptafeln die „manifeste“ deutsch-französische Freundschaft hochleben, bevor am Ende gemeinsam die Schulhymne gesungen und zu einem Empfang mit „Pot de lámitié“ geladen wurde.

Alle Beteiligten könnten stolz darauf sein, dass der Austausch seit seiner Gründung im Jahr 1976 „bis heute weiterlebt“, betonte Schulleiter Didier Boisdron, der es als „große Ehre“ empfand beim Festakt, der „alle Generationen versammelt“, dabei zu sein. Als „Symbol für die Freundschaft und die Treue“ überreichte er als Gastschenk ein Bild von Angers.

„Konstantes gegenseitiges Interesse“ gelobt

In Vertretung der Stadt Osnabrück und des Oberbürgermeisters lobte der Schulausschussvorsitzende Jens Martin das „konstante gegenseitige Interesse“ sowie die „langjährige Pflege von Freundschaften“, die einer „friedlich gewonnenen, gemeinsamen Erweiterung des Horizontes“ diene. Als amtierende Städtebotschafterin aus Angers verwies Estelle Vitour darauf, dass die derzeit insgesamt zwölf Schulaustausche zwischen den beiden Partnerstädten für alle Schüler eine „gute Gelegenheit“ seien, nicht nur eine Fremdsprache zu erlernen, sondern auch die „Gemeinsamkeiten und Unterschiede einer anderen Kultur“ zu entdecken. Das „Verständnis für andere Völker und Kulturen“ sei der „Grundstein für ein vereintes Europa“, ergänzte Lena Flohre, ehemalige Wüstenschülerin und Städtebotschafterin in Angers.

Trotz der Routine, die sich im Laufe der 40 Jahre inzwischen eingestellt habe, bleibe der Schüleraustausch „immer wieder eine große Herausforderung“ und erfordere nicht nur den Mut der Schüler, sich auf dieses so wirklichkeitsnahe wie bereichernde und „persönlichkeitsbildende Abenteuer“ einzulassen, sondern auch eine Menge „Kommunikations- und Improvisationsfähigkeit“ der begleitenden Gasteltern und organisierenden und vorbereitenden Lehrer, gab schließlich Französischlehrerin Annette Heusinger zu Bedenken, die bereits beim 20-jährigen Jubiläum dabei gewesen ist – vor 20 Jahren.


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