Für Beisetzung der Verstorbenen Waschraum für Muslime auf Friedhof Nahne eröffnet

Ein Waschraum, in dem die muslimischen Bürger die Verstorbenen waschen können, ist nun auf dem Friedhof Nahne eröffnet worden. Foto: Thomas OsterfeldEin Waschraum, in dem die muslimischen Bürger die Verstorbenen waschen können, ist nun auf dem Friedhof Nahne eröffnet worden. Foto: Thomas Osterfeld

mpe Osnabrück. Um den muslimischen Bürgern die Beisetzung ihrer Angehörigen zu erleichtern und einen angenehmen Rahmen für das Begräbnis zu schaffen, errichtete der Osnabrücker Servicebetrieb jetzt einen Waschraum auf dem Friedhof Nahne.

Einen Waschraum für verstorbene Muslime gab es in Osnabrück bisher schon auf dem Waldfriedhof Dodeshaus. Doch als im Jahre 2008 der Bestattungsort aus der Dodesheide auf den Friedhof in Nahne wechselte, gestaltete sich der Ablauf der Beisetzung zuletzt schwierig.

Eva Güse begleitete als Leiterin der Abteilung Friedhöfe und Bestattungswesen zusammen mit Frank Henning, Fraktionsvorsitzender der SPD, die Eröffnung. „Wenn Integration ernst genommen wird, sollte man das letzte Kapitel seines Lebens dort zuschlagen können, wo man gelebt hat“, betont Henning mit Verweis auf die verhältnismäßig geringe Anzahl an muslimischen Bestattungen in Osnabrück.

Pflicht im Islam

Im Islam ist es eine Pflicht, die Verstorbenen vor der Beisetzung zu waschen. Viele muslimische Familien lassen ihre Angehörigen jedoch in den Herkunftsländern bestatten. „Die Stadt Osnabrück hat jetzt ein Angebot für muslimische Bürger geschaffen“, fügte Henning hinzu. In der Friedhofskapelle hänge außerdem ein Pfeil, der in Richtung der Stadt Mekka zeige, und ein gravierter Marmorstein weise auf dem Gelände auf das muslimische Grabfeld hin, ergänzte Güse und deutete damit auf die Integrationsmaßnahmen. Die Verstorbenen werden im Islam nach Mekka ausgerichtet ohne Sarg begraben.

Vor der Umsetzung führte der Osnabrücker Servicebetrieb erste Gespräche mit Dr. Ibrahim Salama vom Institut für Islamische Theologie der Universität Osnabrück. Von Beginn an habe Salama als Ansprechpartner bei Fragen rund um die muslimische Bestattungskultur geholfen, erklärte Güse. Später folgten weitere Gespräche mit islamischen Vereinen oder Moschee-Gemeinden. So entstand schließlich in Zusammenarbeit mit muslimischen Bürgern der Waschraum.

Henning schloss mit der Bitte, das Angebot in Osnabrück bekannt zu machen. Damit seien die muslimischen Familien eingeladen, den Verstorbenen ihre letzte Ehre in Osnabrück zu erweisen.


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