Yilmaz-Akyürek-Preis vergeben Chancengleichheit für alle Osnabrücker Kinder

Von Ulrike Schmidt, 30.03.2017, 21:01 Uhr
Der Vorsitzende des Vereins zur pädagogischen Förderung von Kindern aus Zuwandererfamilien, Ramis Konya (links), nahm die Auszeichnungen von Oberbürgermeister Wolfgang Griesert entgegen. Foto: Thomas Osterfeld

Osnabrück. Oberbürgermeister Wolfgang Griesert nennt ihn eine „unverzichtbare Institution in Osnabrück“. Der Verein zur Förderung von Kindern aus Zuwandererfamilien (VPAK) hat am Donnerstagabend den Yilmaz-Akyürek-Preis für Verdienste um die Integration erhalten.

Der VPAK wurde im November 1981 von Lehrenden und Studierenden der Universität Osnabrück, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung, der Schulaufsicht sowie Lehrerinnen und Lehrern in Osnabrück gegründet. Ziel seiner Arbeit war und ist es, die Bildungschancen von Kindern aus Zuwandererfamilien durch außerschulische Förderung zu erhöhen. 36 Kinder wurden in den ersten Wochen durch Hausaufgabenhilfe gefördert.

Lob für Sprachförderprojekte

In einer Zeit interkultureller Defizite „brauchte es eine Antwort durch die Gründung des VPAK“, sagte der Oberbürgermeister bei einer Feierstunde im voll besetzten Friedenssaal. Mehr als 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern förderten aktuell 600 Kinder und Jugendliche.

Besonders würdigte Griesert den VPAK für die Entwicklung und Unterrichtsmaterialien und Sprachförderprojekten. Prof. Christa Röber, 2. Vorsitzende und Gründungsmitglied des Vereins, erinnerte an die Gründungszeit. In der Zeit der Familienzusammenführung seien ab Ende der 1970er Jahre Kinder ohne Deutschkenntnisse an die Schulen gekommen, die auf diese Gruppe nicht vorbereitet war.

Raus aus dem Elfenbeinturm

Dass der VPAK in Osnabrück so erfolgreich wurde, führt Röber auf verschiedene Faktoren zurück: Zum einen habe die Stadt schon früh auf die neue Migration reagiert, zum anderen habe ein Sprachwissenschaftler an der Universität Osnabrück „den Elfenbeinturm der Wissenschaft“ verlassen und in der Lehrerausbildung Praxisarbeiten eingeführt.

Der Verein fühle sich durch die Auszeichnung in seinem Engagement bestätigt, dankte der 1. Vorsitzende Ramis Konya. In dem Wissen, dass gegenseitige Anerkennung eine Grundlage des Zusammenlebens ist, sei der VPAK mit seinen Angeboten der Entwicklung immer einen Schritt voraus.

Weiter Handlungsbedarf

Durch die Begleitung von der Grundschule bis zum Studium verfolge der Verein das Ziel, Kinder aus Zuwandererfamilien durch Bildung zum sozialen Aufstieg zu verhelfen. Dafür bestehe weiterhin Handlungsbedarf. „Deutschland ist ein Einwanderungsland“, sagte Konya. Die Situation für Zuwanderer habe sich zwar verbessert, aber noch nicht ausreichend.

Die aktuellen Spannungen zwischen Deutschland und der Türkei machten deutlich, wie wichtig eine Persönlichkeit wie Yilmaz Akyürek sei, betonte Konya. Der 2007 verstorbenen Arbeitsmigranten Yilmaz Akyürek habe sich in vielfältiger Weise ehrenamtlich dafür eingesetzt, das Zusammenleben der Menschen verschiedener Nationen in einer demokratischen Gesellschaft zu fördern.

Die Feierstunde wurde musikalisch von Gennady Potaschnik und Ninel Potaschnik von der Musik- und Kunstschule begleitet.

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