„Einfacher wird es nicht“ Seit einem Jahr Domchorchef: Clemens Breitschaft

<em>Stellt sich den Herausforderungen</em> seiner Zeit: Domchordirektor Clemens Breitschaft. Foto: Thomas OsterfeldStellt sich den Herausforderungen seiner Zeit: Domchordirektor Clemens Breitschaft. Foto: Thomas Osterfeld

Osnabrück. Vor einem Jahr hat Clemens Breitschaft die Leitung der Domchöre übernommen. Gegründet und zur Blüte geführt von seinem Vorgänger Johannes Rahe, steht der neue Direktor nun vor der Aufgabe, die Chöre für die Zukunft fit zu machen.

Clemens Breitschaft hat eine tolle Mannschaft übernommen: auf Bühnen in Osnabrück und weltweit präsent, auf CD verewigt, vom Publikum geliebt und von der Kritik hochgelobt. Trotzdem hat ihn sein Vorgänger gewarnt: „Einfacher wird es für dich nicht“, hat der ihm zum Amtsantritt mitgegeben. Das macht Mut.

Ja, die Domchöre sind ein tolles Sängerensemble, da hat Johannes Rahe, der Vorgänger, ganze Arbeit geleistet . Doch einfacher wird es in der Tat nicht – das war Breitschaft klar, als er die Chöre vor einem Jahr übernommen hat. Immerhin: „Ich wusste, auf welch hohem Niveau hier Musik gemacht wird“, sagt er. Klar, als Rahes Assistent hat er eng mit den jungen Sängerinnen und Sängern zusammengearbeitet. Sängern? – Hier liegt eine der Baustellen, auf denen Breitschaft künftig werkeln muss: Es fehlen Männerstimmen.

Schuld daran ist unter anderem das G8, das verkürzte Gymnasium: Den jungen Männern bleibt nach dem Stimmbruch ein Jahr weniger bis zum Abitur. Und auch ganz an der Basis, bei den Kindern, muss sich Breitschaft anderen Bedingungen stellen. „Vor zehn, fünfzehn Jahren gab es für Kinder nur wenige Möglichkeiten zu singen. Da hat Johannes Rahe wirkliche Breitenarbeit geleistet“, sagt Breitschaft. Jetzt ist das Angebot breiter geworden mit der Folge, dass der Domchor stärker um Kinder werben muss.

Um den steigenden Anforderungen gerecht zu werden, hat das Domkapitel eine weitere Stelle bewilligt: die der Domkantorin Julia Arling. Zudem geht die Mitarbeiterin Stefanie Rethmann in Kindergärten und Grundschulen, um dort die Jüngsten zu gewinnen. Den Älteren hingegen, die mit Anfang zwanzig qua Statut aus dem Chor ausscheiden – irgendwann ist die Jugend eben zu Ende –, und den Erwachsenen, die Lust auf niveauvollen Chorgesang haben, bietet Breitschaft künftig einen Erwachsenenchor am Dom.

Denn einerseits will Breitschaft die Linie seines Vorgängers weiterverfolgen: auf Reisen gehen , CDs aufnehmen, die Arbeit mit den einzelnen Sängern intensivieren – und er will in der Liturgie präsenter sein. „Das hat sich bisher sehr auf die hohen Feiertage konzentriert“, sagt Breitschaft. Zu wenig, findet der 32-Jährige, gemessen an der „Leuchtturmfunktion“, die der Dom nun einmal auch musikalisch innehat. Deshalb geht Breitschaft neue Wege – diesen Donnerstag trifft sich der Erwachsenenchor zum ersten Mal.

Termin: Donnerstag, 5. 9., 19.30–21.30 Uhr, Chorsaal (Eingang im Kreuzgang). Tel.0541/318-492/494. Mail: domchor@bistum-os.de


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