Kein Angeln nach Peta-Kritik SPD Osnabrück will gestrichene Angelaktion im Rat durchsetzen

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Der Streit um die aus dem Osnabrücker Ferienpassprogramm gestrichene Angelaktion nach der Peta-Kritik geht in die nächste Runde. Nun melden sich SPD und FDP. Archivfoto: Jens LintelDer Streit um die aus dem Osnabrücker Ferienpassprogramm gestrichene Angelaktion nach der Peta-Kritik geht in die nächste Runde. Nun melden sich SPD und FDP. Archivfoto: Jens Lintel

pm/yjs Osnabrück. Der Streit um die Streichung des Angelkurses aus dem Osnabrücker Ferienpassprogramm nach der Peta-Kritik nimmt kein Ende. Die SPD will die Aktion per Ratsbeschluss durchsetzen, und die FDP verwehrt sich des Vorwurfs der Einschüchterung.

Die SPD-Fraktion kritisiert in einer Mitteilung die generelle Verunglimpfung des Angelns und die „unverhältnismäßige Einflussnahme“ der Tierrechtsorganisation Peta.

Anzeige im vergangenen Jahr erstattet

Die Jugendpflege der Stadt hatte die Angelaktion aus dem diesjährigen Ferienpassprogramm wegen ethischer Bedenken gestrichen – so die offizielle Begründung. Im vergangenen Jahr hatte Peta Anzeige gegen den Leiter der Ferienpass-Angel-Aktion im Nettetal erstattet. Das sei eine reine Quälerei gewesen, argumentierte die Tierschutzorganisation. Die Anzeige lief jedoch ins Leere.

SPD will Wiederaufnahme beantragen

Die SPD kündigte nun an, das Thema auf die Tagesordnung der kommenden Ratssitzung am 25. April zu bringen, um die Wiederaufnahme der Aktion in das Ferienpassprogramm zu beantragen. Denn „Kinder und Jugendliche begreifen sich bei diesem Programm als Teil des komplexen und schützenwerten Ökosystems, eine Erfahrung, die von der Peta völlig außer Acht gelassen wird“, wird die SPD-Ratsfrau Kerstin Lampert-Hodgson, kinder-, jugend- und familienpolitische Sprecherin der Fraktion, in der Mitteilung zitiert. „Der gesamte Prozess stellt eine Förderung von sozialer Verantwortung dar, bei der unsere Kinder lernen, auf sich, andere und unsere Umwelt Rücksicht zu nehmen“, heißt es in der gemeinsamen Mitteilung von Lampert-Hodgson und dem Fraktionsvorsitzenden, Frank Henning, weiter.

Kritik von der FDP an Peta-Kritik

Auch die FDP meldete sich zu erneut zu Wort, nachdem Peta ihr sowie der CDU Einschüchterungsversuche auf die Jugendpflege vorgeworfen hatte. Die Tierrechtler hatten am Montag mitgeteilt, der Druck der FDP und CDU auf die Jugendpflege müsse aufhören. Der Vorwurf sei „völlig absurd“ und „haltlos“, wird der Osnabrücker FDP-Politiker Moritz Gallenkamp in der Pressemitteilung zitiert. „Mit unbegründeten Strafanzeigen begibt man sich selbst in einen potenziellen strafbaren Handlungsbereich“, so Gallenkamp darin weiter. Auch er lehne das grundlose Töten von Tieren entschieden ab. „Der Vorwurf von Peta, dass während des Angelprogramms die Fische aus reiner Lust am Töten gefangen und getötet werden, grenzt schon an übler Nachrede.“ Und weiter: „Kinder lernen den Respekt vor dem Leben nicht dadurch, dass sie Fischstäbchen aus der Kühltruhe holen und denken, dass sie auf Bäumen wachsen.“

Streit erreicht Landtag

Die CDU und die FDP hatten schon zuvor mit scharfer Kritik auf die Streichung der Angelaktion Entscheidung reagiert. Der Streit erreichte sogar schon den Landtag.


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