Schuhsammlung für guten Zweck Osnabrücker Domschüler unterstützen indische Kinder

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Zeigt her eure Schuhe: Die Domschüler sammeln ausrangierte Treter und unterstützen damit Kinder in Indien. Foto: David EbenerZeigt her eure Schuhe: Die Domschüler sammeln ausrangierte Treter und unterstützen damit Kinder in Indien. Foto: David Ebener

Osnabrück. Normalerweise bringen Schüler Bücher, Hefte und Mappen mit in die Schule. Die Domschüler bringen seit Montag außerdem ausrangierte Schuhe mit – ihre, die ihrer Mütter, Väter, Geschwister und Verwandten und die von Nachbarn und Kollegen der Eltern. Gesammelt wird für das Projekt „Shuuz“. Das verwertet und verteilt gebrauchtes Schuhwerk. Den Erlös bekommt die Indienhilfe Deutschland, die mit dem Geld Kinder fördert.

Im Fahrradkeller der Domschule stapeln sich die Kisten. In jeder sind etwa 22 Paar Schuhe, schätzt die stellvertretende Schulleiterin Sabine Müller. Das macht also ungefähr 440 Paar. Mit dabei sind auch viele Markenschuhe sowie gut erhaltene Treter, die alles andere als ausgelatscht sind.

In der ersten großen Pause am Donnerstag kommen die Achtklässler und bringen noch mehr Schuhe. Larina und Frederike schleppen eine große Tüte mit etwa 20 Paaren. „Die sind von meiner Mutter und ihren Kolleginnen“, erklärt Frederike. Am Freitag will ihre Mutter noch mehr mitbringen. Larina hat sich sogar von Schuhen getrennt, die sie als Kleinkind trug.

Zu Hause, so sagen die 13-jährigen Mädchen, haben sie noch jede 15 Paar stehen. Jayden und Max beziffern ihren Besitz auf vier Paar. Die brauchen sie auch, sagen die 14-Jährigen. Sie und die Mädchen finden die Schuh-Sammelaktion toll. „Das ist eine rundum gute Sache“, meint auch Sabine Müller.

Schuhe gehen in Entwicklungsländer

Die Schuhe werden kostenlos von DHL von der Domschule abgeholt und zu der Organisation „Shuuz“ gebracht, die Kleidung sammelt und sie zusammen mit der Kolping-Recycling-GmbH wieder in Schuss bringt. Von dort aus gehen die Schuhe in Entwicklungsländer, wo sie von Händlern zu günstigen Preisen angeboten werden.

Für die Domschule wird ein Schuh daraus, indem sie von „Shuuz“ einen Euro pro Kilogramm erhält. Sie spendet das Geld an Pater Franklin, der in der 1,8 Millionen Einwohner zählenden Stadt Bhopal dank der Indienhilfe Deutschland ein Hilfsprojekt mit Kindergärten, Schulen und Heimen gegründet hat. Er kommt übrigens bald nach Osnabrück: Am Montag, 8. Mai, findet in der Herz-Jesu-Kirche eine Messe zu seinem 50-jährigen Priesterjubiläum statt und am Dienstag, 23. Mai, spricht er im Forum am Dom über seine Arbeit.

„Sozialer Tag“ am kommenden Mittwoch

Die Domschule unterstützt den Gottesmann aus Indien seit 1979. Projekte wie die Sammelaktion oder der „soziale Tag“, an dem Schüler einen Tag arbeiten und ihren Lohn spenden, gehören zum Engagement dazu. Der nächste „soziale Tag“ ist am kommenden Mittwoch. Dass die Schüler es mit viel Begeisterung machen, zaubert ein sehr zufriedenes Lächeln in die Gesichter von Sabine Müller und Schulleiter Axel Diekmann.

Die Sammelaktion ist übrigens auf die Domschule beschränkt, wie Sabine Müller betont. Weitere Schuhspenden von Externen können somit nicht entgegengenommen werden.


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