Junge Musiker gestalten „School Sessions“ an drei Osnabrücker Schulen Kinder für Klassik begeistern

Von Christoph Beyer

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Freude an der Musik wollten die Mitglieder von „Brassonanz“, im Bild Samuel Walter, den Schülern der Schule in der Dodesheide vermitteln. Foto: David EbenerFreude an der Musik wollten die Mitglieder von „Brassonanz“, im Bild Samuel Walter, den Schülern der Schule in der Dodesheide vermitteln. Foto: David Ebener

Osnabrück. Schüler unterschiedlicher Milieus für klassische Musik zu begeistern, ist das Ziel der „School Sessions“ im Rahmen des Euregio Musik Festivals. Junge Musiker besuchten dabei drei ausgewählte Osnabrücker Schulen und gestalteten Lerneinheiten, die den Schülern einen besonderen Zugang zum Musizieren eröffnen.

Ein durchdringender Fanfarenstoß schallt durch die Schulaula. Dem lauten Gemurmel folgt schlagartige Stille. Gebannt blicken die 111 Schüler des dritten Jahrgangs der Schule in der Dodesheide auf die Bühne, deren Vorhang plötzlich aufgeht. Applaus brandet auf und mischt sich mit den weichen Klängen, welche drei junge Männer ihrer Trompete, Bassposaune und einem Waldhorn entlocken. Dem kurzen musikalischen Intermezzo schließt sich eine Frage an. „Was glaubt ihr, wie haben sich Menschen früher über weite Distanzen verständigt?“ „Mit Rauchzeichen?“ lautet eine eher tastende Antwort.

Vom ersten Moment an wirken die Schüler fokussiert und beteiligen sich mit viel Engagement. Auf der Bühne holen Samuel Walter (22, Trompete), Sebastian Steube (21, Waldhorn) und Niklas van der Ven (23, Bassposaune), alle drei Mitglieder des Blechbläser-Ensembles „Brassonanz“, weit aus und fragen nach dem Nutzen der Musik für die Menschen vor tausenden von Jahren. Als eine Person namens „Professorin Blechinski“ mit professoralem Gestus hinzutritt, reagieren die Kinder amüsiert.

Kleine Anekdoten, spannende Geschichten, punktgenau gesetzte Klangmalereien, viel Herzblut und pädagogisches Fingerspitzengefühl sind die didaktischen Zutaten, aus denen sich dieser ungewöhnliche Unterrichtsbesuch zusammensetzt. Die dreiviertelstündige Musikvermittlung bietet, in kunstvoll komprimierter Form, eine Fülle an eingestreuten Informationen, Hinweisen und Impressionen, ohne ihre Intention offensiv in den Mittelpunkt zu stellen. Es ist der Spaß an der Musik, der groß geschrieben wird und die Schüler begeistert mitmachen lässt.

„Eben haben wir die ungarischen Volkstänze gehört“ erläutert die Pseudo-Professorin mit gedehnter Betonung, wunderbar authentisch dargestellt von Andrea Hoever. Die Dame übernahm die Moderation und wandte sich den drei Instrumenten zu, um bei deren Spiel provokativ einzuschlummern. Das durch Mark und Bein gehende, dreifach gerufene „Aufwachen“, kombiniert mit einem Trompetenstoß ließ die Professorin dann wieder in Aktion treten. „Schaut doch mal, welche Gefühle die Musik bei Euch auslöst“ verkündete sie und die Kinder begannen rhythmisch zu wippen und zu schunkeln. „Wie hat sich das für euch angefühlt?“ „Geil, fröhlich, einfach toll“ schallte es wie aus einem Mund. Dass in dem vorgetragenen Stück Achille-Claude Debussy’s (1862-1918) tatsächlich ein Hampelmann thematisch im Mittelpunkt stand, hatten sich die Kinder ganz intuitiv und zielsicher erschlossen.

Während an der Schule in der Dodesheide die „School Session“ zeitgleich für einen Jahrgang durchgeführt wurde, erfolgte dies an der ebenfalls beteiligten Heinrich-Schüren Schule und der Rosenplatzschule im Klassenverbund. Mit seiner Mitteilung, er habe noch für jeden ein Geschenk im Gepäck, war dem Euregio-Festivalleiter Timo Maschmann zum Abschluss der „School Session“ an der Schule in der Dodesheide die Aufmerksamkeit sicher. Neben vielen Informationen, etwa zum Tag der offenen Tür der Musik und Kunstschule am 1. April, beinhaltete dieses auch eine Eintrittskarte für ein klassisches Konzert am 31. März, das die Schüler, gemeinsam mit ihren Eltern oder Großeltern, besuchen können.


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