Start-up True Feed Osnabrücker Studentinnen gründen Firma für Edel-Hundefutter


Osnabrück. Feinschmecker auf vier Beinen aufgepasst: Malin Heitmeyer und Esther Knopp, zwei Studentinnen der Hochschule Osnabrück, bringen ein Hundefutter auf den Markt, das ohne Zusatzstoffe auskommt und nur aus regionalen Zutaten besteht. Ihre Start-up-Firma True Feed heimst deswegen bereits Förderpreise ein.

Das Thema biologisch artgerechte Rohfütterung – kurz Barf – ist bei Hundebesitzern in aller Munde. Sie basiert auf den Fressgewohnheiten des Wolfs und erfreut sich großer Beliebtheit, denn viele Halter wollen ihren Vierbeiner möglichst natürlich ernähren. Wer „barft“, kennt die exakte Zusammensetzung des Futters, befriedigt das Kaubedürfnis des Tieres und pflegt dessen Zähne. Nachteil: Durch eine falsche Zusammenstellung der Barf-Rationen kann es bei Hunden zu Nährstoffunterversorgung kommen.

„Damit Fütterungsfehler und Mangelerscheinungen beim Hund vermieden werden, bieten wir fertig portionierte Mischungen in 500-Gramm- und 250-Gramm-Packungen für Hunde aller Rassen an“, erklärt Jungunternehmerin Knopp. Sieben ernährungsphysiologisch aufeinander abgestimmte Barf-Mischungen aus Fleisch oder Fisch und Gemüse sollen den Wochenbedarf des Hundes an Nährstoffen, Vitaminen und Mineralstoffen abdecken. So ist zum Beispiel beim „Energie-Mix“ Muskelfleisch als Energielieferant zugegeben, mit dem „Fisch-Mix“ nimmt der Hund für den Zellerhalt wichtige Omega-3-Fettsäuren auf, und der „Wolfs-Mix“ setzt sich aus Innereien, Fleisch und Pansen zusammen. „Aus Pansen beziehen Hunde viele für sie essenzielle Vitamine.“

Veggie-Mix mit Rinderblut

Für die fleischlose Ernährung der Vierbeiner bieten die beiden Osnabrückerinnen einen „Veggie-Mix“ an. Beim ersten Geschmackstest taten sich einige tierische Probanden damit jedoch schwer. „Deswegen haben wir diese Mischung noch mit ein paar Tropfen Rinderblut ergänzt. Jetzt kommt sie gut an“, sagt Malin Heitmeyer. Und ein Vegetarier-Tag pro Woche sei durchaus sinnvoll: Das entlaste den Hundemagen und entspreche naturgetreuer Ernährung. Schließlich fresse ein Wolf auch nicht täglich Fleisch. Möhren, Rote Bete oder Apfel befinden sich fein geraspelt in den Mischungen, denn nur so und nicht am Stück können Hunde alle Nährstoffe aus den Zutaten herausziehen. Auch Kohlrabi und Chinakohl ergänzen einige Angebote. Es seien die zwei einzigen Kohlsorten, die Hunde gut vertragen.

Besonderen Wert legen die Gründerinnen, die an der Hochschule Osnabrück Agrar- und Lebensmittelwirtschaft studiert haben und mit ihrer Firma True Feed jetzt zu den wenigen Frauen in der Fleischindustrie gehören, auf Regionalität und Nachhaltigkeit. Fleisch, Fisch und Gemüse beziehen sie von Partnern aus Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Innereien und Reste, die für den menschlichen Verzehr nicht genutzt werden, kommen von einem mittelständischen Schlachtbetrieb aus Steinfeld. „Somit erzielen wir eine nachhaltigere Verwertung des einzelnen Tieres, verwandeln Schlachtabfälle in hochwertiges Hundefutter“, erklärt Knopp.

Verkaufsstart im Juni

Idee und Mut für ihre Firmengründung reiften während ihres Studiums im Master-Profil „Unternehmensführung in der Agrar- und Ernährungswirtschaft“. Was zunächst nur „ein Traum“ gewesen sei, habe im Laufe der Masterarbeit immer mehr Gestalt angenommen. Ihre betreuende Professorin Karin Schnitker betont: „Die Hochschule Osnabrück unterstützt dabei, Geschäftsideen zu entwickeln, bietet innerhalb studentischer Projekte die Möglichkeit für Marktforschungstests und veranstaltet alle sechs Wochen einen Gründerstammtisch.“

Ab Juni wollen Knopp und Heitmeyer ihre Barf-Mischungen in einem Online-Shop anbieten. „Unsere Marke Feed & Meat bietet abwechslungsreiches Edelgulasch für Hunde.“ Die Rohfuttermischungen werden tiefgekühlt geliefert und müssen vor dem Füttern nur noch aufgetaut werden. Nächste Pläne für Barf-Futterautomaten an Hunde-Hotspots schmieden die Frauen bereits.

Ausgezeichneter Unternehmergeist

Und dieser Unternehmergeist macht Eindruck: So zeichnete das Zentrum für Innovation und Unternehmertum der Hochschule Osnabrück die beiden Gründerinnen bereits mit einem Förderpreis aus. „Die Auszeichnung ehrt uns sehr. Mit unserem Vorhaben können wir unsere Liebe zu Hunden und unser Bewusstsein für gesunde Ernährung vereinen.“


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