Kritik an Gewerkschaft Verdi Kommt der verkaufsoffene Sonntag am 9. April?

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Kommt er oder kommt er nicht, der verkaufsoffene Sonntag am 9. April? Foto: David EbenerKommt er oder kommt er nicht, der verkaufsoffene Sonntag am 9. April? Foto: David Ebener

Osnabrück. Der Handel will sie unbedingt, die Kundschaft freut sich darauf. Aber die neue Rechtslage macht es Osnabrück sehr schwer, verkaufsoffene Sonntage zu veranstalten. Der nächste Versuch steht bevor.

Der Antrag ist gestellt, die Entscheidung noch nicht getroffen: Am 9. April soll in Osnabrück der erste verkaufsoffene Sonntag des Jahres stattfinden. Doch eine mögliche Absage steht im Raum. „Geplant und beantragt ist der verkaufsoffene Sonntag für den 9. April im Rahmen der Veranstaltung ‚Holland zu Gast in Osnabrück‘. Die Frage ist allerdings, ob die Stadt das Risiko eingeht, von Verdi gestoppt zu werden oder nicht“, erklärte Petra Rosenbach, Geschäftsführerin der Osnabrück Marketing und Tourismus GmbH. Bereits im Dezember des vergangenen Jahres wurde der Antrag für einen verkaufsoffenen Sonntag am 8. Januar kurzfristig zurückgezogen, nachdem Verdi mit einer Klage gedroht hatte.

Nun startet die Osnabrück Marketing und Tourismus GmbH einen neuen Anlauf, unter erschwerten Bedingungen. Die gängige Praxis von vier verkaufsoffenen Sonntagen, die in Einvernehmen mit Kirchen und Belegschaften jahrelang üblich war, steht auf der Kippe. Im Vordergrund des zusätzlichen Einkaufstages muss eine Massenveranstaltung stehen und weniger das Shoppingerlebnis an sich. So auch bei einem zusätzlichen Sonntag am 3. September, der zeitgleich zum Gourmet-Festival „Osnabrück isst gut“ stattfinden soll. „Die rechtlichen Bedingungen werden mittlerweile deutlich strenger ausgelegt, auch wenn wir die Termine bislang gut abgesprochen haben“, so Petra Rosenbach.

Alternativtermin im Mai

In der Vergangenheit wurden bundesweit immer wieder Veranstaltungen abgesagt, nachdem die Gewerkschaft Verdi einen zusätzlichen Verkaufstag am Sonntag verhindern wollte. Sollte eine Ansetzung in der Hasestadt für den 9. April scheitern, könnte der nächste „Shoppingsonntag“ am 7. Mai, parallel zur Maiwoche, nachgeholt werden. „Das wäre Plan B. Allerdings wollen die Besucher in dieser Zeit lieber auf die Maiwoche gehen, anstatt zum Einkaufen in die Geschäfte“, so Rosenbach.

Kritik an einer möglichen Absage durch das Einschreiten der Gewerkschaft Verdi gibt es auch vonseiten des Handels- und Dienstleistungsverbandes Osnabrück-Emsland. „Den verkaufsoffenen Sonntag muss es weiterhin geben, auch mit Blick auf die zusätzlichen Umsätze für den Einzelhandel. Die Kunden haben sich an diese Veranstaltung gewöhnt und machen gerne Gebrauch davon“, sagte Boris Hoffmann-Schevel. Er vermisst die Bereitschaft der Gewerkschaft zu offenen Gesprächen.

(Weiterlesen: Verkaufsoffene Sonntage – Das will Niedersachsen ändern)

„Ganz normal, an vier Sonntagen im Jahr zu arbeiten“

Nach Ansicht des Handels- und Dienstleistungsverbandes seien die verkaufsoffenen Sonntage auch bei Mitarbeitern im Einzelhandel beliebte Arbeitstage. „Die Mehrheit der Firmen bietet eine zusätzliche Vergütung oder freie Tage als Gegenleistung an. Wir haben bislang keinerlei Auseinandersetzungen mit Mitarbeitern gehabt“, so Boris Hoffmann-Schevel.

Mitarbeiter bestätigen das. Die Sonntagsarbeit sei kein Problem: „Für uns war es bislang ganz normal, an vier Sonntagen im Jahr zu arbeiten, zumal die Termine frühzeitig bekannt gegeben wurden“, sagt Margarita Adamovski vom Modehaus L+T. „Jeder Mitarbeiter freut sich, wenn die Kunden gut gelaunt zu uns kommen und die Geschäfte voll sind.“

Keine Stellungnahme

Die Gewerkschaft Verdi war am Donnerstag zu keiner Stellungnahme bereit.


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