Lieferant pleite Osnabrück bleibt auf Kosten für beschädigte Podeste am Rosenplatz sitzen

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Osnabrück. Nach nur vier Jahren waren die Podeste am Rosenplatz derart beschädigt, dass sie eingezäunt werden mussten. Schadenersatzansprüche kann die Stadt nicht anmelden: Der Holzlieferant ist zwischenzeitlich pleitegegangen. Im April sollen dennoch sämtliche Decks repariert werden.

Das geht aus einer Antwort der Verwaltung auf eine Anfrage der FDP hervor. Die Fraktion wollte unter anderem wissen, ob die Stadt den Lieferanten des Holzes wegen der Beschädigungen in Regress nehmen kann. „Der Lieferant des Thermoholzes ist zwischenzeitlich in Konkurs gegangen, sodass etwaige Regressansprüche bezüglich des Thermoholzes nicht mehr möglich sind“, heißt es in der Antwort der Verwaltung. Damit bleibt die Stadt weitgehend auf den Kosten für die Instandsetzung sitzen.

Decks seit Monaten eingezäunt

Im Sommer 2012 war die Neugestaltung des Rosenplatzes mitsamt der Decks abgeschlossen worden. Sie sollten, so der damalige Plan, ursprünglich als Sonnendecks, Bühnen und Café-Terrassen genutzt werden. Seit mehreren Monaten sind die Podeste nun schon eingezäunt, weil sie Schäden aufweisen. Beim Deck vor der Rosenplatzschule fehlen bereits mehrere Planken.

Reparaturen im April

Allerdings habe sich die Montagefirma bereit erklärt, das Deck vor der Schule im April auf Kulanz zu sanieren. So bekomme die Verwaltung zudem eine Kostenvorstellung für künftige Reparaturarbeiten.

Im April will die Stadt auch die anderen Decks reparieren – dann auf eigene Kosten und mit einem anderen Material, sagte ein Mitarbeiter des städtischen Fachbereichs Geodaten und Verkehrsanlagen auf Nachfrage unserer Redaktion. Denn das derzeitige Holz sei nicht mehr lieferbar.

Noch ungeklärt ist, ob oder welche Holzart verwendet werden soll. Womöglich komme auch ein ganz anderes Material zum Einsatz, sagte der Fachbereichsmitarbeiter – das sei noch nicht entschieden. Die Höhe der Instandsetzungskosten kann die Verwaltung noch nicht beziffern.

Skater und Materialermüdung

Die Ursachen der frühzeitigen Beschädigungen sind der Verwaltung zufolge unterschiedlich. Unter anderem seien Skater verantwortlich, aber auch Materialermüdung spiele eine Rolle. Den höher als angenommenen Unterhaltungsaufwand habe die Stadt bisher nicht leisten können.

Bestehende Urheberrechte

Änderungen an den Bauwerken sind trotz bestehender Urheberrechte möglich. Die Umgestaltung des Rosenplatzes war auf Grundlage eines Wettbewerbs erfolgt, der mit Urheberrechten verbunden ist. Im Vertrag mit dem Architekten sei aber geregelt, dass Änderungen an den Bauwerken „nach Information und Anhörung des Planers“ möglich sind.


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