Mündliche Anfrage Angelverbot in Osnabrück erreicht den Landtag

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Osnabrück. Die Diskussion um das Angelverbot beim Osnabrücker Ferienpass beschäftigt jetzt auch den niedersächsischen Landtag.

Die CDU-Landtagsabgeordneten Martin Bäumer aus Glandorf und und Burkhard Jasper aus Osnabrück haben eine mündliche Anfrage an die Landesregierung gestellt. „Wir wollen von dieser Landesregierung definitiv wissen, ob sie hinter dem Angeln und den mehr als 90000 Anglern in Niedersachsen steht.“

Im Herbst des vergangenen Jahres hatte der Verein Peta versucht, die Ferienpassaktion 2016 vor Gericht zu beklagen. Die Ermittlungen hatte die Staatsanwaltschaft Osnabrück eingestellt. Im Januar 2017 hatte der Verein von der Schulleitung der Ludwig-Windthorst-Schule in Glandorf gefordert, die an der Schule angebotene Angel-AG einzustellen. In der vorigen Woche teilte der Jugendpfleger der Stadt Osnabrück mit, dass es keine Angelveranstaltung im Ferienpass dieses Sommers geben werde.

Vor diesem Hintergrund wollen Jasper und Bäumer, der selbst in seiner Jugend einen Angelschein gemacht hat, von der Landesregierung wissen, ob sie die Kritik von Peta an der Angel-AG in Glandorf oder der Ferienpassaktion in Osnabrück teilt. „Aus einer Angel-AG oder einer Ferienpassaktion finden immer wieder junge Menschen den Weg in die Angelvereine in Niedersachsen, die damit zum größten anerkannten Naturschutzverband in Niedersachsen gehören. Wer Kindern in jungen Jahren diese Möglichkeiten nimmt, der riskiert damit langfristig die gute Arbeit, die Angelvereine für die Unterhaltung der Gewässer leisten. Angeln fördert das Verständnis für die Lebewesen und die Natur“, werden Bäumer und Jasper in einer gemeinsamen Mitteilung zitiert.

Auch der Anglerverband Niedersachsen (AVN) meldet sich zu Wort und fordert eine Rücknahme der Entscheidung. Die ethischen Bedenken der Jugendpflege könne der Verband weder fachlich noch menschlich nachvollziehen, erklärt AVN-Präsident Werner Klasing. „Wir fordern die Entscheidungsträger der Stadt Osnabrück zu einem klaren öffentlichen Bekenntnis für das Angeln auf und für seinen erzieherischen Wert für Kinder und Jugendliche“, so Klasing in einer Stellungnahme. Der Verband erwarte, dass die Angelaktionen wieder in das Ferienpassprogramm aufgenommen werden, und bietet beratende und fachliche Unterstützung an, „die sicher dazu beitragen könne, Bedenken zu zerstreuen.“

Klasing verweist auf Studien und Umfragen, die den Beitrag der Angler für die Umweltbildung, den Arten- und Naturschutz belegten. Der AVN-Präsident zitiert die Erziehungswissenschaftler Prof. Dr. Wilfried Bos (Dortmund) und Dr. Siegried Uhl (Frankfurt), die unter dem Titel „Die erzieherische Bedeutung des Angelns“ festgestellt hätten: „Frühzeitiges Angeln kann bei Kindern Verständnis für die Belange von Natur- und Tierschutz und den persönlichen Reifeprozess fördern.“


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