Küchenparty mit acht Gängen Osnabrücker Gastronomen tischen gemeinsam auf

Von Stefanie Hiekmann

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Osnabrück. Gutes Essen trifft auf Partystimmung – und das direkt in der Küche am Ort des Geschehens zwischen Herd, Bratpfanne und Pass. „Küchenparty“ nennt sich das Format, das im Remarque-Hotel am Montagabend 200 Gäste angelockt hat: Acht Küchenteams waren am Werk.

Und so funktioniert’s: Jedes Küchenteam erhält in der Küche seine Kochstation und bereitet dort vor den Augen der Gäste das Essen zu. Diese dürfen sich zur Feier des Tages frei in allen Küchenbereichen bewegen und sich das Essen frisch aus der Pfanne oder aus dem Kochtopf abholen. Flying-Dinner mit Selbstbedienung quasi. Dazu gibt es Live-Musik und muckelige Temperaturen – schließlich bewegen sich rund 200 Leute auf kleinstem Raum.

Hummer und Bärlauch-Kartoffelpüree

In der Remarque-Küche gab es dazu noch ordentlich Dampf von verschiedenen, warm angerichteten Gängen, wie etwa Presa vom Ibéricoschwein, orientalische Linsensuppe, Rotbarbe, kalt geräuchert und warm angerichtet mit Lardo, Räuchersalz, Hummer und Bärlauch-Kartoffelpüree. Den Gästen, die für den Abend inklusive Getränke pauschal 119 Euro gezahlt haben, hat es sichtlich gefallen – manch einer wagte sogar, ein kleines Küchen-Tänzchen zur Live-Musik zwischen den Kochstationen. Und andere hielten nicht nur ihre Teller, sondern gleich auch das auf Kamerafunktion gestellte Smartphone in den Händen, um die besonderen Eindrücke für die Erinnerungen zu Hause fest zu halten.

Höchste Zeit für ein Revival

Zehn Jahre hat die letzte Küchenparty im Remarque zurückgelegen. Viel zu lange für so ein so spannendes Format und höchste Zeit für ein Revival, dachten sich die Verantwortlichen im Remarque um Hoteldirektorin Ira Klusmann und luden sechs befreundete Küchenteams ein, um gemeinsam zu kochen.

Sascha Lissowsky vom Restaurant „Friedrich“ in Osnabrück reichte Tatar vom heimischen Rind mit Forellenkaviar, Wachtelei, Rotkohl und Brotchips. Jun Mita, Sushi-Koch aus dem neu entstehenden Sushi-Restaurant „Furittsu“ in der Lotter Straße (Eröffnung im frühen Sommer) hat Nigiri vom Hamachi und Maki von grünem Spargel, Thunfisch und Frischkäse angeboten. Hanna Börger vom Restaurant „Wilde Triebe“ in Osnabrück-Sutthausen war mit rosa gegartem Presa (Schulterstück) vom Ibéricoschwein, Schwarzwurzeln, Oliven, getrockneten Tomaten und cremiger Polenta dabei. Hans-Peter Engels vom Restaurant „Tatort Engels“ im Katharinenviertel in Osnabrück reichte kalt geräucherte Rotbarbe mit Lardo, Räuchersalz, Hummer und Bärlauch-Kartoffelpüree. Frische Austern mit Vinaigrette-Zusammenstellungen hatte Dirk Westmeyer von „Fischfeinkost Westmeyer“ aus Hagen am Teutoburger Wald vorbereitet. Als Gastgeber präsentierten Andreas Klatt (Steigenberger Hotel Remarque) und Jürgen Kloester (Restaurant „Weinwirtschaft“) Kompott von der Barbarie-Entenkeule mit Pastinakenpüree und Wintertrüffel sowie orientalische Linsensuppe mit Gamba-Spieß.

Der Patissier Oliver Edelmann, der übrigens extra aus der Schweiz angereist war, hatte zwei Desserts im Angebot: Panna Cotta von der Karamell-Kuvertüre mit Ristrettoschaum sowie Gazpacho von rotem Gemüse und Beeren, Himbeer-Paprikasorbet und Schaum von griechischem Joghurt.

Positives Echo

Für viele (Stamm)-Gäste ergaben sich nicht nur spannende Einblicke hinter die Kulissen, sondern auch Gespräche und sogar Selfies mit den Küchenteams. Maren Ganser, Sprecherin des Remarque-Hotels, zeigte sich sehr zufrieden mit der Veranstaltung. Mit knapp 200 Gästen sei die Küchenparty ausverkauft gewesen, außerdem habe sie von vielen Gästen schon am Abend ein positives Echo bekommen. Gut möglich also, dass die nächste Küchenparty nicht zehn Jahre auf sich warten lässt.


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