CDU und FDP reagieren scharf Heftige-Kritik am Angelverbot beim Ferienpass

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Osnabrück. Die Entscheidung der städtischen Jugendpflege, das Angeln aus ethischen und pädagogischen Gründen aus dem Ferienpass zu streichen, ist auf heftige Kritik der CDU und FDP gestoßen.

„Dass die militante Tierrechtsorganisation Peta nach ihrem Scheitern bei der Osnabrücker Staatsanwaltschaft erreicht hat, dass die städtische Jugendpflege vor ihr einknickt und das Angeln aus dem Ferienpass streicht, ist nicht in Ordnung. Die CDU wird das in der nächsten Sitzung des Verwaltungsausschusses zur Sprache bringen.“ Das erklärte CDU-Fraktionsvorsitzender Fritz Brickwedde. Peta-Mitglieder wollten offenbar allen Menschen ihren Lebensstil , wonach kein Tier ein Nahrungsmittel sei, aufzwingen.

Brickwedde erinnerte daran, dass Peta auch schon den Osnabrücker Zoo attackiert und in Frage gestellt hatte. Es könne nicht sein, dass diese „kleine, intolerante Minderheitenorganisation“ der Mehrheit ihre Meinung aufzwinge. Jeder solle frei entscheiden, ob er Fisch essen wolle und wie er zum Angeln stehe. Eine Bevormundung durch die städtische Jugendpflege – „ausgelöst durch eine militante Gruppe“, so Brickwedde – sei nicht akzeptabel.

Gegen Fischstäbchenmentalität

Die Kinder lernten in den Angelkursen etwas über die Natur, über Nachhaltigkeit, Respekt vor Tieren und über die Zubereitung von Speisen. Da die Kinder die Fische, die sie fangen, auch essen, seien Angelkurse „das Gegenteil von Naturentfremdung und Supermarkt-Fischstäbchenmentalität“.

Die ganze Aktion erinnere ihn an den politischen Vorstoß, in städtischen Einrichtungen wöchentlich die Zubereitung von Fleischgerichten zu verbieten, so Brickwedde. „Diese politische Korrektheit, dieser vorauseilende Gehorsam, diese Bevormundung der Bürger haben nichts mit Selbstbestimmung mündiger Menschen in einer freien Gesellschaft zu tun.“

FDP: Angler kümmern sich um Gewässer

Auch die FDP hält die Entscheidung für einen „großen Fehler“. Hier werde „dem Gutmenschentum wieder blind der Gehorsam geboten, aus eventueller Angst einer öffentlichen sachlichen Auseinandersetzung“, so der Osnabrücker FDP-Politiker Moritz Gallenkamp. „Durch das Angeln werden Kinder an die Natur herangeführt, ihnen wird vermittelt, was es heißt die Natur zu respektieren, was es bedeute, mit einem Lebewesen umzugehen und es für den eigenen Verzehr zu töten. In Zeiten, in denen Millionen von Tonnen von Lebensmitteln tagtäglich vernichtet werden, ist dies besonders wichtig.“

Die Tierschutzorganisation verurteile Angler pauschal als Hobbyfischer, die Tiere aus reiner Lust an der Freude quälten und töteten. „Es sind aber gerade die Angler, die sich um die Gewässer und den Besatz der Gewässer kümmern und nicht Peta“, so Gallenkamp weiter.

Peta-Anzeige

Die städtische Jugendpflege hatte entschieden, das Angelangebot aus „ethischen und pädagogischen Gründen“ aus dem Programm zu nehmen. Im vergangenen Jahr hatte Peta Anzeige wegen Tierquälerein erstattet. Die Staatsanwaltschaft stellte die Ermittlungen aber ein. Für die Ferienpass-Aktion im Juli 2016 im Nettetal hatte es nach Angaben der Angler 90 Anmeldungen gegeben, 30 Kinder konnten teilnehmen.


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