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Annäherung an einen Meister der Konkreten Kunst Premiere für Kurzdokumentation über Osnabrücker Friedrich Vordemberge-Gildewart heute im Haus der Jugend

Die Videofreunde-HdJ drehten das Video zu Friedrich Vordemberge-Gildewart.Foto: Hermann PentermannDie Videofreunde-HdJ drehten das Video zu Friedrich Vordemberge-Gildewart.Foto: Hermann Pentermann

Osnabrück. „Sagt ihnen der Name Friedrich Vordemberge-Gildewart etwas?“ Diese Frage stellten Jugendliche im Alter von 16 bis 18 Jahren Passanten in der Osnabrücker Altstadt. „Die meisten Befragten konnten mit dem Namen nichts anfangen“, erklärt Jonas M. Hüsges. Er gibt offen zu, dass die Gruppe, zu der er gehört, auch so gut wie keine Ahnung hatte, dass Vordemberge-Gildewart einer der bekanntesten Vertreter einer Kunstrichtung war, die Konkrete Kunst genannt wird.

Jetzt wissen Hüsges und seine Mitstreiter allerdings mehr, denn ein Jahr lang haben sie sich intensiv mit dem Werk und dem Lebenslauf des Osnabrücker Künstlers befasst. Das Resultat: eine Kurzdokumentation mit dem Titel „von millimetern und geraden“, die heute der Öffentlichkeit vorgestellt wird.

Videofreunde-HdJ nennt sich die Gruppe von bis zu zehn jungen Leuten, die seit sechs Jahren im Haus der Jugend Videos produziert. „Bisher haben wir eher mit dem Medium Video experimentiert, Kurzfilme produziert, aber beispielsweise auch Filme, mit denen in den Bussen der Stadtwerke für den Osnabrücker Ferienpass geworben wurde“, sagt Tobias Schomaker. Als Siegfried Hoffmann von der „vg-initiative“, einer Vereinigung, die sich zum Ziel gesetzt hat, die Rolle Vordemberge-Gildewarts im kulturellen Bewusstsein der Osnabrücker zu verankern, anregte, ein Video über den in Osnabrück geborenen Künstler anzufertigen, brauchten die „Videofreunde“ nicht lange zu überlegen. „Allein die Tatsache, dass die Gruppe in der Großen Gildewart arbeitet, nicht weit vom Geburtshaus des Künstlers entfernt, machte die Entscheidung einfach“, meint Diplomsozialpädagoge Marius Schott, der das Projekt medienpädagogisch begleitete. Die Stadt Osnabrück und der Verein Fokus wurden ins Boot geholt, um die Finanzierung zu sichern, dann konnte die Arbeit beginnen.

Straßenumfragen, Interviews mit Zeitzeugen, historisches Filmmaterial, Fotos, gesprochene Original-Texte: Viele unterschiedliche filmische Mittel setzten die jungen Dokumentarfilmer ein, um das 20-minütige Werk informativ und abwechslungsreich zu machen. So fuhren sie beispielsweise nach Hamburg, um den Kunsthistoriker Dietrich Helms zu interviewen, der Friedrich Vordemberge-Gildewart kannte und sein Schaffen in mehreren Büchern dokumentierte. Er beschreibt dessen Entwicklung zu einem weltweit anerkannten Meister der Konkreten Kunst. Der Zuschauer erfährt in dem Film aber auch, dass Friedrich Vordemberge einen Cousin gleichen Namens hatte und dass er die Straßen, in dem sein Elternhaus stand, zu einem Künstlernamen verband, um eine Verwechslung zu vermeiden.

Heute Abend stellen Jonas M. Hüsges, Tobias Schomaker, Daniel Schröder, Lena Perkmeyer, Benedikt Heitmann, Justus Rolfes, Jonas Nordheider, Nikola Hermes, Lea Dienhart u. Marie Fleer ihren Film um 19 Uhr im Großen Saal des Hauses der Jugend vor.


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