Martin Eversmeyer gewählt Bissendorfer wird Chef des Klinikums Osnabrück


Osnabrück. Martin Eversmeyer aus Bissendorf wird neuer Sprecher der Geschäftsführung des Klinikums Osnabrück. Der 56-Jährige übernimmt die Nachfolge von Frans Blok, der Ende Juni auf eigenen Wunsch ausscheidet.

Der Aufsichtsrat wählte Eversmeyer am Donnerstag einstimmig. „Der neue Sprecher der Geschäftsführung hat 14 Jahre lang erfolgreich ein großes Krankenhaus geführt und seine Kompetenz bewiesen. Er hat zudem eine starke Bindung zu Osnabrück. Beides ist gut für unser Klinikum“, sagte der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Fritz Brickwedde, bei der Vorstellung.

Eversmeyer ist seit 2003 Vorstandssprecher des kommunalen Klinikums in Herford. Das Krankenhaus der Maximalversorgung verfügt über 755 Betten und beschäftigt über 2000 Mitarbeiter – es ist damit etwa so groß wie das städtische Klinikum am Finkenhügel. Was Brickwedde bei der Vorstellung des neuen Chefs besonders betonte: Unter Eversmeyers Führung erreichte das Klinikum Herford ein positives Geschäftsergebnis und investierte über 70 Millionen in Neu- und Erweiterungsbauten.

In Osnabrück geboren und aufgewachsen

Eversmeyer hat feste Wurzeln in Osnabrück: Hier, im damaligen Klinikum, ist er 1961 geboren. Er absolvierte eine kaufmännische Ausbildung bei der Firma Wilhelm Koch im Fledder, leistete seinen Zivildienst im Klinikum am Finkenhügel ab, baute sein Abitur an der Fachhochschule Wirtschaft und studierte Betriebswirtschaft im Gesundheitswesen an der Fachhochschule Osnabrück. Der Beruf führte ihn danach zur Krankenhausgesellschaft in Schleswig-Holstein, zur Paracelsus-Klinik in Osnabrück und zum Gesundheitszentrum Bad Laer, ehe er Vorstandssprecher in Herford wurde. Eversmeyer lebt mit seiner Frau in Bissendorf, nebenbei promoviert er an der Universität Osnabrück. Das Thema seiner Doktorarbeit sind die Prozessabläufe und „Behandlungspfade“ in Krankenhäusern. Zum Dienstbeginn am 1. Mai, warf Oberbürgermeister Wolfgang Griesert während der Pressekonferenz ein, könnte schon der Doktortitel auf dem Namensschild stehen.

Lob für Blok

Griesert zeigte sich überzeugt, mit Eversmeyer „den richtigen Mann zum richtigen Zeitpunkt“ verpflichtet zu haben. Auch Brickwedde und der Noch-Chefgeschäftsführer des Klinikums, Frans Blok, äußerten sich zuversichtlich, dass die neue Führung den erfolgreichen Weg fortsetzen werde. Brickwedde dankte Frans Blok für seine „überaus erfolgreiche Arbeit“. Es sei „sehr bedauerlich“, dass Frans Blok seinen Vertrag nicht verlängere. „Aber wir respektieren natürlich seine privaten Gründe“, so Brickwedde. Blok hört nach vier Jahren auf, weil er sich mehr um seine Familie kümmern will. „Ich freue mich auf einen langen Urlaub“, sagte Blok.

50 Bewerbungen

Eversmeyer äußerte sich „beeindruckt“ von der Sanierungsarbeit seines Vorgängers und der gesamten Mannschaft am Klinikum. Die wirtschaftliche Sanierung sei deshalb so beeindruckend, „weil sie nicht stumpf durch Personalabbau erreicht wurde, sondern durch kluges Prozessmanagement und eine deutliche Leistungssteigerung, so Eversmeyer. „Der ‚Weg ist zur Hälfte beschritten, vielleicht etwas mehr.“

50 Bewerbungen lagen dem Aufsichtsrat vor. Zehn Bewerber und Bewerberinnen waren in die engere Wahl gekommen, vier lernte der Personalausschuss des Aufsichtsrates persönlich kennen. Am Ende blieben zwei Kandidaten übrig, die in einem „intensiven Prozess mit externer Beratungshilfe“ geprüft wurden, sagte Brickwedde.


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