Konkurrenzsituation droht Kommt das städtische Shoppingportal für Osnabrück?

Von Sebastian Philipp

Beate Krämer, Frank Dalock, Falk Hassenpflug und Petra Rosenbach (von links) stellten am Montagabend erste Entwürfe eines Osnabrücker Shoppingportals vor. Foto: Elvira Parton Beate Krämer, Frank Dalock, Falk Hassenpflug und Petra Rosenbach (von links) stellten am Montagabend erste Entwürfe eines Osnabrücker Shoppingportals vor. Foto: Elvira Parton 

Osnabrück. Die Osnabrück Marketing und Tourismus GmbH (OMT) hat am Montagabend ihre Vorstellungen eines neuen Shopping-Portals für die Osnabrücker Innenstadt präsentiert. Ab Herbst soll die Plattform als digitales Schaufenster der City an den Start gehen – wenn genug Händler mitmachen.

„Wir wollen potenziellen Besuchern Lust machen, in Osnabrück einkaufen zu gehen“, sagte OMT-Chefin Petra Rosenbach. Gelingen soll das in Zukunft durch ein neues digitales Portal, das Kunden als Plattform mit aktuellen Meldungen, Angeboten und redaktionellen Inhalten versorgen soll. „Wir wollen aber mehr als ein einfaches Branchenbuch anbieten – nämlich die Attraktivität der Innenstadt digital sichtbar machen“, so Rosenbach weiter.

Agentur aus Lüneburg mit an Bord

Als Partner für die Umsetzung hat sich die OMT die „Marktplatz GmbH – Agentur für Web und App“ aus Lüneburg ins Boot geholt. Das Unternehmen betreibt nach Angaben ihres Geschäftsführers Frank Dalock schon einige weitere ähnliche Portale im Bundesgebiet. Den rund 70 Zuhörern aus Einzelhandel und Gastronomie verriet Dalock auch, wie das Osnabrücker Portal später aussehen könnte und welche Funktionalitäten es haben kann.

Idee aus den 90er Jahren

Der Agenturchef schlug einen weiten Bogen durch den geplanten Umfang des Portals, das auf dem PC ebenso laufen soll wie als App auf Smartphones oder Tablets. Grob zusammengefasst greift das Portal eine Idee auf, die es bereits seit den 90er Jahren gibt: Alle Informationen rund um den Einzelhandel und die Gastronomie sollen auf einer Plattform abrufbar sein – und das benutzerfreundlich und in hübschem Design. Für jeden teilnehmenden Einzelhändler sind dann unter anderem die Adresse, Öffnungszeiten, Bilder, besondere Aktionen und redaktionelle Beiträge erhältlich. Kunden können außerdem nach einzelnen Marken suchen und sich spezielle Thementouren durch die Innenstadt anzeigen lassen.

Händler zahlen für Teilnahme

Freilich: Kostenlos ist die Teilhabe am Shopping-Portal für die Einzelhändler im Gegensatz zu den Kunden nicht. Dalock stellte mehrere Pakete vor, die bei monatlichen Beiträgen von 19,90 Euro beginnen und beim „Partner Paket“ für acht ausgesuchte Läden enden, die pro Jahr 2490 Euro in Rechnung gestellt bekommen. Je nach Höhe des Beitrags gibt es unter anderem redaktionelle Beiträge, die Option auf Push-Nachrichten auf die Smartphones der Kunden oder eine prominente Platzierung von besonderen Aktionen.

50 Händler müssen mitmachen

Rosenbach und Dalock betonten, dass das Portal in technischer und konzeptioneller Hinsicht quasi fertig ist. Noch nicht fest steht die optische Gestaltung, die erst entworfen wird, wenn die OMT ihr neues Corporate Design gefunden hat. Ob das Portal letztlich überhaupt mit Inhalten gefüllt wird, liegt jetzt in der Hand der Osnabrücker Geschäftsleute. Bis Ende April will Rosenbach mindestens 50 Teilnehmer für das Portal gewinnen, mittelfristig sollen es um die 100 werden, damit sich das Projekt trägt. Spätestens im Oktober soll die Plattform im Erfolgsfall online gehen.

OMT soll Kümmerer vor Ort sein

Dalock erwähnte, dass es rein technisch gesehen durchaus noch Potenzial für Erweiterungen gebe. So sei es denkbar, in Zukunft eine richtige Shoppinglösung wie bei Amazon und Co. zu integrieren. In Lüneburg sei es der Agentur außerdem gelungen, das Parkleitsystem in die App zu integrieren. Laut Rosenbach wolle man jedoch den dritten nicht vor dem ersten Schritt machen und zunächst mit den Grundlagen starten. Auf Nachfrage aus dem Publikum erklärte sie, dass die OMT als Ansprechpartner und „Kümmerer“ vor Ort agiere.

Konkurrenz zu inosna.de

Wenn das Portal tatsächlich im Herbst scharfgeschaltet werden sollte, wird es in Konkurrenz mit einer schon jetzt bestehenden Plattform treten: In der vergangenen Woche stellte die Osnabrücker Agentur „Thomax“ mit inosna.de   ein fast deckungsgleiches Modell vor. Bereits jetzt ist ein Großteil der Osnabrücker City-Einzelhändler sowie Restaurants auf der Plattform vertreten. Thomax hatte in den vergangenen Monaten Daten wie Öffnungszeiten, Adressen und Telefonnummern in Eigenregie erhoben und will nun die Osnabrücker Geschäftswelt für sich gewinnen.

Konkurrenzsituation

Während Rosenbach betonte, vom Thomax-Projekt erst vor wenigen Monaten und damit zu spät erfahren zu haben, legte Agenturchef Thomas von Wulfen Wert auf die Feststellung, niemals Kenntnis von einer Ausschreibung für das Portal erlangt zu haben. Trotz Gesprächen scheint eine Zusammenarbeit mittlerweile ausgeschlossen zu sein, obschon beide Parteien den fairen Umgang miteinander hervorhoben. „Wir laufen in Konkurrenzsituationen zur Hochform auf“, sagte von Wulfen, der durchblicken ließ, in den vergangenen Tagen bereits positive Resonanz erhalten zu haben.