Für toleranten Islam Osnabrücker Ahmadiyya-Gemeinde will informieren

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Osnabrück. Auf einen toleranten Islam, dessen Anhänger sich für Frieden und Freiheit engagieren, weist die Ahmadiyya-Muslim-Gemeinde mit einer neuen Kampagne hin. „Wir wollen den Dialog mit den Leuten“, sagte Malik Waseem Ahmed, stellvertretender Leiter der Gemeinde in Stadt und Landkreis Osnabrück, jetzt bei einem Vorgespräch.

Man wolle zeigen, dass „der Islam eigentlich eine friedliche Religion ist“ und mit Informationen und Gesprächen dazu beitragen, Ängste in der Bevölkerung abbauen. Die Amadiyya-Muslim-Gemeinschaft ist eine Reformbewegung innerhalb des Islams, die vor knapp 130 Jahren ursprünglich in Nordindien entstand. Ihre Anhänger leben vor allem in der westlichen Welt. Von den anderen Glaubensrichtungen des Islams werden sie nicht anerkannt.

„Wenn es zu Gewalt, zu Anschlägen kommt, gibt es immer die Aufforderung, diejenigen Muslime sollten sich Wort melden, die für Frieden und Menschenrechte sind“, sagt Malik Waseem Ahmed von der hiesigen Basharat-Moschee und erklärte damit, warum sich die kleine Gemeinde jetzt so ins Zeug legt.

Ein Flyer mit dem Titel „Muslime für Frieden, Freiheit und Loyalität“ soll in nächster Zeit in 243 Orten im Osnabrücker Land verteilt werden. An diesem Samstag baut die Ahmadiyya-Gemeinde einen Stand in der Großen Straße auf. Dort sollen Gemeindeangehörige und andere Bürger sich in Gesprächen austauschen und diskutieren können. Bücher und Broschüren bieten Informationen zur Ahmadiyya-Bewegung.

Bedrohung oder Quelle des Friedens?

Mustansar Ahmad, Imam aller Ahmadiyya-Gemeinden in der großen Region zwischen Nordhorn und dem Ruhrgebiet, ging auf die herrschenden Vorurteile ein und erläuterte die Öffentlichkeitskampagne. Deren wichtigste Fragestellung sei: „Ist der Islam eine Bedrohung oder eine Quelle des Friedens?“ Nach dem Glaubensverständnis der Ahmadiyya-Gemeinschaft sei jeder Mulim verpflichtet, sich loyal zu seinem Land zu verhalten und einen positiven Beitrag zu der Gesellschaft zu leisten, in der er lebe. Unterschiede im Glauben dürften dabei keine Rolle spielen.

Die Ahmadiyya-Muslim-Gemeinschaft folgt in ihrem Glauben einem islamischen Reformer, Hadhrat Mirza Ghulam Ahmad, der Ende des 19. Jahrhunderts in Nordindien wirkte und den Islam von Verkrustungen und geistlichen Irrwegen befreien wollte. Er erklärte sich selbst zu dem in den islamischen heiligen Schriften angekündigten messianischen Reformer, der auf Mohammed folgt. Bis heute aber erkennen ihn alle anderen Muslim-Gemeinschaften nicht als diesen Nachfolger Mohammeds an. Deshalb hat die Ahmadiyya-Muslim-Gemeinde zwar gute Kontakte zur Stadt, zu christlichen und auch zur jüdischen Gemeinde, aber nicht zu den anderen hiesigen Moscheen. Bei Anfragen bekomme die Ahmadiyya-Gemeinde von ihnen stets keine Antwort, berichteten die Gemeindevertreter.


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