Helene Blum und Harald Haugaard Melancholische Songs und flotter Folk im Lutherhaus

Entführten die Zuhörer mit ihrer Musik auf die Britischen Inseln: Helene Blum und Harald Haugaard (links) mit ihrer Band. Foto: Thomas OsterfeldEntführten die Zuhörer mit ihrer Musik auf die Britischen Inseln: Helene Blum und Harald Haugaard (links) mit ihrer Band. Foto: Thomas Osterfeld

Osnabrück. Zum sechsten Mal waren Helene Blum & Harald Haugaard mit ihrer Band im Lutherhaus zu Gast. Songs von Blums neuem Album „Droplets Of Time“ und diverse nordische Traditionals standen auf dem Programm.

„Wir haben so oft von Störchen gesungen, das blieb nicht ohne Wirkung“, sagt Helene Blum auf der Bühne des Lutherhauses. Die Bemerkung ist als lustige Entschuldigung für Cellistin Kristine Elise Pedersen gemeint, die nicht mit Blum auf Tournee kommen konnte, weil sie ein Baby erwartete. „Dafür haben wir einen Mann mit einem ganz großen Cello mitgebracht“, sagt sie und zeigt auf den finnischen Kontrabassisten, der jetzt bei der Helene Blum & Harald Haugaard Band für passende Tieftöne sorgt.

Spaß ist immer dabei, wenn das dänische Musikerehepaar mit Band auftritt. Zum sechsten Mal gastieren die Sängerin und der Geiger im Lutherhaus, um das Publikum mit eigenständiger, nordisch geprägter Folkmusik zu erfreuen. Blums wunderschöne Stimme wird dabei vom virtuosen Violinenspiel ihres Mannes umrankt. Die meist dezente Rhythmik von Schlagzeuger Sune Rahbek befördert Songs auf der Grundlage von Akkorden nach vorn, die Mikkel Grue den Saiten seinen akustischen oder der elektrischen Gitarren entlockt. So entstehen oft ruhige, manchmal traurige, bisweilen aber auch heitere, tanzbare Songs, die von Blums klarem Sopran charakterisiert werden.

Tanz zu flotten Folktunes

Jetzt singt die Dänin nicht mehr von Störchen, sondern vom Sommer. Als wolle sie den Frühling locken, hat sie auch nur ein kurzes Kleid angezogen – was ein wenig befremdlich wirkt, wenn man gerade aus der feuchtkalten Witterung des Osnabrücker Winters in den Saal kommt. Doch schon bald ist die Wirklichkeit draußen vergessen. Stattdessen fühlt man sich eher in einen Pub in Schottland oder Irland versetzt, in dem zu flotten Folktunes getanzt wird. Besonders, wenn Helene Blum die Bühne verlässt, damit Harald mit der Band einige Instrumentals spielen kann, scheint der seine Chance zu wittern, abseits von Melancholie und Romantik aufzudrehen und zu feiern. Dann eröffnet er einen Song mit Solo-Violine, ruft schließlich ein kräftiges „Jaah“ in den Saal, um sich von der Band in die Welt des treibenden Nordfolks driften zu lassen. Die wild gespielte Maultrommel des Bassisten verleiht dem Stück ein ganz eigenes Flair. Diese Musik spricht tatsächlich eine universelle Sprache, die jeder versteht.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN