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SPD und Grüne nehmen Stellung Laubbriketts bald auch in Osnabrück?

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<em>Riesige Mengen</em> Laub werden in Hamburg zu Pellets verarbeitet. Auch die Stadt Ibbenbüren nutzt Laub zur  Energieerzeugung. Ein Beispiel für Osnabrück? Foto: dpaRiesige Mengen Laub werden in Hamburg zu Pellets verarbeitet. Auch die Stadt Ibbenbüren nutzt Laub zur Energieerzeugung. Ein Beispiel für Osnabrück? Foto: dpa

Osnabrück. Sind Laubkörbe auch für Osnabrück eine Lösung? Die SPD-Fraktion greift die Idee aus unserem gestrigen Bericht auf und richtet eine entsprechende Anfrage an die Verwaltung. Die Grünen gehen noch einen Schritt weiter und schlagen vor, das Laub zu Briketts zu verarbeiten und für die Energieerzeugung zu nutzen.

Nach Ansicht von SPD-Fraktionschef Frank Henning soll die Fachverwaltung erst einmal Aufwand und Kosten gegenüberstellen, um die Einführung von Laubkörben zu prüfen. „Sollte das in anderen Kommunen reibungslos und für alle Beteiligten zumutbar funktionieren, wäre dies auch für unsere Stadt eine sinnvolle Maßnahme“, meint Henning, der auch für den Landtag kandidiert. Es dürfe aber keine vorschnelle Entscheidung getroffen werden. Eine unzumutbare Belastung der Steuer- und Gebührenzahler werde von der SPD nicht hingenommen.

Falls sich herausstelle, dass sich die Einführung der Behältnisse in anderen Städten bewährt habe und die Kosten zumutbar seien, spreche nichts dagegen, das Laub in der Hasestadt auf die gleiche Art zu sammeln, vermerkt Henning. Die dafür vorgesehene braune Tonne sei häufig schnell gefüllt.

Um „vorschnellen Entscheidungen“ vorzubeugen, kann sich die SPD-Fraktion auch vorstellen, die Einführung geeigneter Sammelbehälter zunächst probeweise in ausgewählten Stadtgebieten zu testen. „Dann“, so Henning, „könnten wir auf konkrete Erfahrungswerte und besser kalkulierbare Kosten verweisen.“

Nach Ansicht der Grünen-Ratsfraktion greift die bisherige Diskussion über den Umgang mit dem anfallenden Laub zu kurz. Statt die Blätter zu kompostieren, „sollte man den hohen Energiegehalt nutzen“, schlagen der Fraktionsvorsitzende Michael Hagedorn und der umweltpolitische Sprecher Volker Bajus vor.

In Ibbenbüren werde das schon praktiziert. Aus den dort jährlich anfallenden 500 Tonnen Laub könnten Wärme und Strom für 200 Einfamilienhäuser gewonnen werden. Die Kompostierung sei hingegen ein aufwendiger Vorgang, da sich einige Laubarten hierzu nicht eigneten bzw. durch Krankheiten befallen seien, vermerkt Bajus.

Laub sei stattdessen ein regenerativer Energieträger, den es zu nutzen gelte. Die Stadt Ibbenbüren habe gemeinsam mit der Firma Riela aus Riesenbeck ein Verfahren entwickelt, das Laub zu Brennstoff weiterverarbeitet. Dies sollte der Osnabrücker Servicebetrieb prüfen, erklärt Fraktionschef Hagedorn. In diesem Verfahren könnte ein weiterer Baustein zur Energiewende entstehen, erklären die beiden Grünen-Politiker.


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