Zwischen Osnabrück und Kundus Verdienstorden für Vorsitzende des Afghanischen Frauenvereins

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Nadia Nashir, die in Osnabrück den Afghanischen Frauenverein mit ins Leben gerufen hat, bekommt am 8. März das Verdienstkreuz am Bande verliehen. Foto: NashirNadia Nashir, die in Osnabrück den Afghanischen Frauenverein mit ins Leben gerufen hat, bekommt am 8. März das Verdienstkreuz am Bande verliehen. Foto: Nashir

Osnabrück. Große Ehre für Nadia Nashir: Die Vorsitzende des Afghanischen Frauenvereins aus Osnabrück erhält am 8. März das Verdienstkreuz am Bande. Bundespräsident Joachim Gauck würdigt damit das jahrelange Engagement der Hagenerin für Menschen in Afghanistan.

Passenderweise erhält die Hagenerin das Verdienstkreuz am Bande am Internationalen Frauentag. Gemeinsam mit 15 weiteren Frauen, darunter Moderatorin Nazan Eckes und Schauspielerin Sibel Kekilli, ist Nashir am 8. März zu Gast bei Bundespräsident Joachim Gauck, der auch die Ehrung vornehmen wird. „Ich habe schon vor einigen Wochen erfahren, dass ich den Verdienstorden erhalte“, sagt die Vorsitzende des Afghanischen Frauenvereins im Gespräch mit unserer Redaktion. „Darüber habe ich mich natürlich sehr gefreut und werde die Einladung annehmen.“ (Weiterlesen: Tägliche Telefonate zwischen Kundus und Osnabrück)

Verein mitgegründet

Nashir ist Mitbegründerin des ehrenamtlich arbeitenden Afghanischen Frauenvereins mit Sitz in Osnabrück. Ziel des Vereins: bedürftige Menschen in Afghanistan durch Bildung, Aufklärung, Gesundheit und Hilfe zu unterstützen. „Der Verdienstorden ist auch und vor allem eine Auszeichnung für die vielen Menschen, die den Verein so tatkräftig unterstützen“, führt die in Hagen lebende Dolmetscherin aus. Ganz bescheiden bezeichnet sie sich lediglich als „ein Glied einer ganzen Kette“. Zu der gehöre auch der im Februar vergangenen Jahres verstorbene Roger Willemsen, der den Verein lange Jahre als Schirmherr aktiv begleitete. „Die Auszeichnung ist auch für ihn, der unserer Sache einen großen Beitrag geleistet hat“, sagt Nashir.

Platz für Auszeichnung schon gefunden

Nicht nur über die Auszeichnung an sich freut sich Nashir, geehrt fühlt sie sich außerdem durch die Gesellschaft, mit der sie am 8. März die Zeremonie begeht: „Sibell Kekilli ist natürlich vielen Menschen ein Begriff. Aber auch die anderen 14 Frauen haben Tolles geleistet und viel Engagement gezeigt.“ Joachim Gauck ist sie vor einigen Jahren schon einmal begegnet, als sie der Bundespräsident zum Tag der Menschenrechte nach Berlin einlud. „Auch wenn wir wahrscheinlich nicht viel Zeit zum Plaudern haben, freue ich mich sehr auf das Treffen.“ Und auch einen Platz für den Orden hat sie schon gefunden – in ihrem Arbeitszimmer in Hagen. Es ist übrigens nicht ihre erste Auszeichnung: Nadia Nashir wurde bereits für ihr Engagement mit dem Bundesverdienstkreuz und dem Elisabeth-Siegel-Preis der Stadt Osnabrück ausgezeichnet.

14 Hilfsprojekte in Afghanistan

Mit ihrem Verein hat Nashir bislang 14 Hilfsprojekte in dem von Krieg und Terrorismus gebeutelten Land auf die Beine gestellt. Im Fokus stand dabei vor allem die Förderung von Mädchen und Frauen, um ihnen eine berufliche Perspektive zu bieten. Die Projekte und Hilfsmaßnahmen werden in Zusammenarbeit mit den Einheimischen vor Ort ermittelt, geplant und betreut und in Deutschland koordiniert, geleitet und finanziell verwaltet.


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