Einsatz auf eigene Kosten Chiropraktiker aus Osnabrück und GMHütte helfen in Indien



Osnabrück. Die Chiropraktiker Tobias Kadow aus Osnabrück und Maximilian Sperfeld aus Georgsmarienhütte sind auf eigene Kosten nach Indien gereist, um dort Tausenden Menschen zu helfen.

Im Januar waren die beiden nach Mumbai in Indien gereist – als Teil eines weltweiten Teams von 75 Chiropraktikern und Studenten. In dreieinhalb Tagen behandelte das Team nach offiziellen Angaben rund 12000 Menschen. „Aber am Ende waren es wohl wesentlich mehr“, sagt Sperfeld.

Die Aktion fand während eines dortigen Samagam (große Zusammenkunft) statt, vergleichbar mit einem Katholikentag mit Papstbeteiligung, erklärt Kadow – in Mumbai allerdings mit der „Heiligkeit Mata Ji“, sagt er. Anderthalb Millionen Menschen seien täglich zu diesem Fest gekommen.

Organisiert wurde die Hilfsaktion vom Life Chiropractic College West aus Kalifornien, USA, und dem gebürtigen Inder Dr. Jimmy Nanda. Nach einer Bewerbung und Auslosung gehörten Sperfeld und Kadow zum internationalen Team. Kadow hatte schon 2013 während der großen Elbeflut viele Helfer in Schleswig-Holstein justiert.

Give, Love, Serve

Die Reise mussten die beiden selbst finanzieren. Warum reisten sie dennoch hin? „Weil wir den Menschen einfach helfen wollten“, sagt Sperfeld. Sein Kollege verweist auf das Motto der Aktion, das auf seinem T-Shirt steht: Give, Love, Serve (Geben, Lieben, Dienen). „Da musste ich nicht überlegen, ich wollte da einfach hin“, sagt Kadow.

Tobias Kadow (l.) und sein Kollege Maximilian Sperfeld. Foto: Swaantje Hehmann

In einem großen Zelt behandelten die Chiropraktiker nach einer kurzen Einweisung unter der Mithilfe von Dolmetschern die Halswirbelsäulen der Inder. Chiropraktiker würden dafür sorgen, dass alle Abläufe zwischen Gehirn und Körper störungsfrei liefen, erklärt Sperfeld seine Arbeit. Er vergleicht es mit einem Wasserschlauch. „Wir sorgen dafür, dass das Wasser wieder fließt.“ Allerdings sind die Chiropraktik und ihre Wirkung nicht unumstritten.

Große Dankbarkeit

Viele Hilfesuchende seien sehr arm und hätten in ihrem Leben noch keinen Arzt gesehen, berichtet Sperfeld. Berührungsängste habe es dennoch keine gegeben, versichert Kadow. Ganz im Gegenteil: „Wir waren einfach überwältigt von der Dankbarkeit“, sagt Sperfeld. Teilweise hätten die Menschen bis zu vier Stunden vor dem Zelt auf ihre Behandlung gewartet.

Äußerst beeindruckt waren die beiden auch von dem Fest. Anderthalb Millionen Menschen täglich wurden kostenlos verpflegt und konnten dort kostenlos übernachten – alles finanziert von der Nirankari Mission. Das Hauptzelt habe die Dimension von drei bis vier Fußballfeldern gehabt. Alle 15 Minuten wurden 300 Kilogramm Reis in gigantisch großen Pfannen zubereitet, sagt Sperfeld. Rund 100000 Helfer seien vor Ort gewesen.

Nächstes Jahr wieder dabei

Von Mumbai haben Sperfeld und Kadow kaum etwas gesehen. Am Tag vor der Abreise habe es noch für ein paar Touristenattraktionen gereicht, doch darum ging es den beiden ja ohnehin nicht. Auf Facebook schreibt Kadow: „Alles in allem war es eine sehr erfüllende, dankbar und demütig machende Erfahrung!“

Im nächsten Jahr wollen er und sein Berufskollege Sperfeld jedenfalls wieder in Indien helfen.


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