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Verdacht der Steuerhinterziehung Zoll durchsucht Shisha-Bar in Osnabrück

Von Sven Kienscherf

Am Mittwochmorgen hat der Zoll verschiedene Objekte in Osnabrück durchsucht. Beamte des Zolls und mehrere Fahrzeuge standen unter anderem in der Nähe des Bahnhofs. Foto: Sven KienscherfAm Mittwochmorgen hat der Zoll verschiedene Objekte in Osnabrück durchsucht. Beamte des Zolls und mehrere Fahrzeuge standen unter anderem in der Nähe des Bahnhofs. Foto: Sven Kienscherf

Osnabrück. Am Mittwochmorgen hat der Zoll eine Shisha-Bar in Osnabrück durchsucht.

Es geht um den Verdacht der Steuerhinterziehung im Bereich Wasserpfeifentabak, wie Ruth Haliti Pressesprecherin des Zollfahndungsamts Essen sagte. Die Fahnder wurden im Auftrag der Staatsanwaltschaft Münster tätig.

Zeitgleich durchsuchten die Beamten sieben weitere Shisha-Bars, fünf davon in Münster und jeweils eine in Rheine und in Hamm. Das Verfahren richtet sich laut Haliti gegen zwei Beschuldigte aus Münster. In welchem Zusammenhang sie mit der Bar in Osnabrück stehen, wollte Haliti nicht sagen.

Unversteuerter Tabak

Die Zollfahnder waren auf der Suche nach unversteuertem Wasserpfeifentabak und „weiteren Beweismitteln“ wie Haliti sagte. Ob die Beamten erfolgreich waren, verriet sie nicht. Der Einsatz müsse erst ausgewertet werden.

Dass Shisha-Bars und Shisha-Shops mit unversteuertem Tabak handeln, sei kein Einzelfall, sagte Haliti. „Wir haben eine hohe Quote an Zuwiderhandlungen.“ Im Jahr 2014 habe der Zoll insgesamt 180 Tonnen unversteuerten Wasserpfeifentabak ermittelt. Legal waren im selben Jahr 1.700 Tonnen Wasserpfeifentabak und Pfeifentabak eingeführt worden.

Ein Kilo Tabak für zehn Euro

Dass im größeren Maße Tabak für Shisha-Pfeifen geschmuggelt wird, hängt wohl auch damit zusammen, dass laut Haliti ein Kilogramm Tabak mit 40 bis 45 Euro versteuert werden muss, während ein Kilogramm Tabak im arabischen Raum lediglich sechs bis zehn Euro kostet.

Der Schmuggel von Wasserpfeifentabak ist nach Kenntnis des Zolls zu einem Großteil in der Hand von Familienclans, die in der Regel äußerst konspirativ arbeiten. Angehörige verhandeln in den Tabak-Herkunftsländern direkt mit den Herstellern über Einkaufsmengen und -preise.

Zunächst hatte es in diesem Artikel geheißen, der Zoll durchsuche mehrere Shisha-Bars in Osnabrück. Es handelt sich nach abschließenden Angaben des Zolls aber nur um eine Lokalität, die durchsucht wurde.