Homosexualität und die erste Liebe Theaterstück der Gesamtschule Schinkel als Plädoyer für Toleranz



Osnabrueck. In seinem Musikthaterstück „Kuntergraue Liebe – Dunkelbunte“ setzt sich der Theater-Wahlpflichtkurs der neunten Jahrgangsstufe der Gesamtschule Schinkel mit Homosexualität und Toleranz auseinander.

„Die Religion darf niemals über die Liebe stehen!“ Diese Aussage einer Schülerin beeindruckte Lehrerin Rebekka Möller während eines Probenwochenendes am Alfsee so sehr, dass sie als Motto über der gesamten Inszenierung stehen könnte. Denn mit dem Musiktheaterstück „Kuntergraue Liebe - Dunkelbunte“ hat sich der Theater-Wahlpflichtkurs der neunten Jahrgangsstufe der Gesamtschule Schinkel bewusst für eine Auseinandersetzung mit dem Thema Homosexualität entschieden. Wobei religiöse Vorbehalte nur einen Teilaspekt des Stückes ausmachen, das am Montag im Forum der Schule Premiere hat.

Sechs Monate Proben

Dort ging nach halbjähriger Probenphase am vergangenen Wochenende auch die Generalprobe über die Bühne. Bereits vor einem Jahr hatten die 32 Mädchen und Jungen mit Unterstützung der Lehrerinnen Rebekka Möller und Anna Lauxtermann am Text gefeilt, Charaktere entwickelt und Rollen besetzt. In Zusammenarbeit mit Theaterpädagoge Marco Knille ist ein anderthalbstündiges Stück mit Gesang, Instrumenten (Leitung der Schülerband: Lehrer Axel Gerdes) und Tanz (Choreografie: Lehrerin Henrike Langsenkamp) entstanden, das sich als Statement für Homosexualität und Toleranz versteht.  

Homosexualität und die erste Liebe

In der Rahmenhandlung geht es um die Schülerband „M.W.A.“, die bei einem Musik-Contest mitmachen will. Hauptfigur der Story ist Bandmitglied Jan (Lars Michael), der sich zunehmend zu seinem besten Freund Nils hingezogen fühlt. Der wiederum erlebt mit der blonden Paula (Carla Wiendieck) seine erste Liebe und kann mit Jans Gefühlen zunächst nicht umgehen.

Neben Homosexualität geht es also auch um die erste Liebe mit allen emotionalen Höhen und Tiefen. Dazu gehört auch der Umgang mit Enttäuschung und Eifersucht. Denn als Mitschülerin Julia (Joana Santos Peireira) erkennt, dass sie bei Jan keine Chance hat, sorgt sie via Smartphone für dessen unfreiwilliges Coming-Out. Als Mobbingopfer wird Jan schließlich von Max (Thomas Link) und dessen Clique brutal zusammengeschlagen. Diese Szene flimmert via Beamer als vorab gedrehte Video-Sequenz über die Bühnenleinwand.

„Unser Stück wird provozieren“

Das Stück wird so zu einem Plädoyer für Toleranz und nicht zuletzt für den Mut, gegen alle Vorbehalte zu sich selbst und seinen Gefühlen zu stehen. „Unser Stück wird provozieren“, meint Rebekka Möller. Und betont gleichzeitig, dass sie noch nie so hinter einem Stück gestanden habe wie bei diesem.

Die Premiere ist am Montag, 20. Februar, um 19.30 Uhr im Forum der Gesamtschule Schinkel. Weitere Aufführungen finden 22., 23., und 24. Februar statt.


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