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Baustelle in Osnabrück Weiter Ärger über rücksichtslose Radler auf Bramscher Straße

Von Sven Kienscherf

Osnabrück: Auf dem schmalen Fußweg in der Baustelle an der Bramscher Straße gefährden Radler aus den Häusern kommende Fußgänger. Apotheker Jens-Henrik Pott (rechts im Bild) würde sich über mehr Rücksicht freuen. Foto: Jörn MartensOsnabrück: Auf dem schmalen Fußweg in der Baustelle an der Bramscher Straße gefährden Radler aus den Häusern kommende Fußgänger. Apotheker Jens-Henrik Pott (rechts im Bild) würde sich über mehr Rücksicht freuen. Foto: Jörn Martens 

Osnabrück. Die Kunden der Stern-Apotheke an der Bramscher Straße müssen derzeit vorsichtig sein, wenn sie die Apotheke verlassen. Andernfalls droht Gefahr von Radfahrern. Einige steigen trotz Baustelle nicht ab, sondern fahren über den Gehweg, berichtet Apotheker Jens-Henrik Pott.

Die Stadtwerke sanieren auf der Bramscher Straße seit September 2016 die Kanäle. Die Arbeiten dauern voraussichtlich noch bis April dieses Jahres. Auf Höhe der Baustelle müssen sich Radler und Fußgänger auf jeder Straßenseite einen gemeinsamen Weg teilen; die Radfahrer müssen absteigen und schieben. Der Weg ist als Fußweg ausgewiesen. (Weiterlesen: Anwohner ärgert sich über rücksichtslose Radler auf Bramscher Straße)

Das tun aber nicht alle, wie ein Zeitraffer-Video zeigt, das unsere Redaktion an der Stelle aufgenommen hat. Radfahrer steigen auch dann nicht ab, wenn ihnen Fußgänger entgegenkommen.

„Fast angefahren“

Das haben auch schon Kunden der Stern-Apotheke festgestellt, wie Inhaber Jens-Henrik Pott sagt. „Es kommt schon öfters vor, dass Kunden reinkommen und sagen: Ich bin fast angefahren worden.“ Was erschwerend hinzukommt: Wenn man aus der Apotheke kommt, habe man eine schlechte Sicht auf den Radweg, sagt Pott.

Auf der anderen Seite hätten Radfahrer wenig Möglichkeiten schnell zu reagieren, wenn ein Kunde aus der Apotheke auf die Straße tritt.

„Bisher ist zum Glück noch nichts Gravierendes passiert. Einige Kunden sind aber schon fast abrasiert worden“, sagt Pott. Er betont, dass er nichts gegen Radfahrer habe. „Aber ein bisschen Rücksicht zu nehmen wäre schon gut. Einige Radfahrer kommen regelrecht vorbeigeschossen.“

„Nicht viel besser geworden“

Die Polizei habe mal für eine Stunde kontrolliert und auch ein paar Radfahrer rausgezogen. „Seitdem ist es aber nicht viel besser geworden.“ Mindestens 10 Euro kann es einen Radfahrer kosten, wenn er auf dem Gehweg fährt. Behindert er einen Fußgänger kann es 20 Euro kosten, teilt die Polizei mit. Zu einem Unfall zwischen Radfahrer und Fußgänger ist es während der Dauer der Bauarbeiten nach Kenntnis der Polizei nicht gekommen.

„Es braucht ein bisschen Können“

Zu beobachten sei, dass vor allem ältere Radfahrer abstiegen, sagt Pott. „Es braucht auch schon ein bisschen Können, um zügig den Weg runter zu fahren, ohne am Bauzaun hängen zu bleiben.“

Bereits im vergangenen Dezember hatte sich ein Anwohner der Bramscher Straße gegenüber unserer Redaktion über rücksichtslose Radfahrer beschwert. „Eltern mussten ihre Kinder beiseiteziehen, damit sie nicht umgefahren werden“, sagte er damals.

Breite gesetzlich vorgegeben

Ideal wäre es, wenn der Weg etwas breiter wäre, sagt Apotheker Pott. Laut Stadtwerken ist der Weg, den sich Radfahrer und Fußgänger teilen müssen, nicht zu eng. Beschwerden habe es gegenüber den Stadtwerken bisher nicht gegeben.

Hinweis: In der ersten Fassung dieses Artikels hatten wir unter Berufung auf die Stadtwerke berichtet, die Arbeiten dauerten noch bis März und der Fußweg sei 1,60 Meter breit. Die Stadtwerke korrigierten nun ihre Angaben. Die Arbeiten dauerten voraussichtlich bis April und der Fußweg sei auf beiden Seiten lediglich einen Meter breit. Bei den zuvor gemachten Angaben habe es sich um eine Verwechslung mit einer anderen Baustelle gehandelt.