„GegenÜber Tod“ in Osnabrück Sterben und Tod in „hase29“: Künstler werden persönlich

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Osnabrück. Die Ausstellung „GegenÜber Tod“ eröffnet am Freitag, 17. Februar, im Kunstraum „hase29“. Fünf Künstler aus der Region setzen sich darin eindrucksvoll mit dem Tod auseinander. Doch: Ist es die letzte Ausstellung in der Hasestraße?

Fünf Künstler aus der Region haben sich in ihren Werken mit dem Tod auseinandergesetzt. Im Kunstraum „hase29“ kommen sie in der Ausstellung „GegenÜber Tod“ zusammen. Die Kuratoren Elisabeth Lumme und Robert Stieve kombinieren mit ihrer Auswahl viele Einzelwerke zu einer stimmigen Ausstellung.

Blaubeeren und Müll

Alle Künstler visualisieren dabei ihre persönliche Auseinandersetzung mit dem Tod. Susanne von Bülow etwa hat auf ehemaligen Schlachtfeldern des Ersten Weltkrieges in den Vogesen Blaubeeren gesammelt und mit ihrem Saft die Relikte und Spuren des Krieges gezeichnet. Ergänzend dazu zeigt Ruppe Koselleck die Videoinstallation eines „Kriegszitterers“ aus dem Ersten Weltkrieg. Der Soldat, der durch ein Kriegstrauma unkontrolliert zittert, berührte ihn, weil „er sein Gegenüber nicht fixieren kann, seine Augen aber den Tod gesehen haben.“

Klaus Wittkamp verarbeitet in seinen Skulpturen und Collagen den Tod seines Partners. Er baut riesige Torsos aus Müll, die im Ausstellungsraum von der Decke hängen. Das Besondere: Der vermeintliche Müll sind unter anderem Hinterlassenschaften seines verstorbenen Lebensgefährten. Werner Kavermanns wiederum setzt sich malerisch mit dem Tod auseinander. Auf großen Gemälden zeigt er etwa seine Vorstellung des Nirvanas. Der Bildhauer Frank Gillich stellt Zeichnungen aus. Strichbündel erscheinen darin in immer neuen Formationen, die – obwohl zweidimensional – gar plastisch wirken.

Kulturausschuss

Patricia Mersinger, Leiterin des Fachbereiches Kultur, empfand beim Begehen der Ausstellung eine „starke Beklemmung“. Sie findet, ‚die hase29‘ liefert eine super Ergänzung zu den anderen Standorten des ‚Danse Macabre‘-Projektes“. Bleibt die Frage, wie oft Osnabrücker noch die Gelegenheit haben, eine Ausstellung in der Hasestraße 29 zu erleben. Am 16. Februar entscheidet der Kulturausschuss über einen Antrag der Gesellschaft für zeitgenössische Kunst (GfzK). Darin geht es um 20.000 Euro für die Raummiete, die über den Nachtraghaushalt an die GfzK gehen sollen. Das Problem: Die Stadt Osnabrück hatte nach dem Ende der Förderung für die Stadtgalerie die institutionelle Förderung eines Kunstraumes ausdrücklich ausgeschlossen.


Anlässlich des Projektes „Danse Macabre“ mit der Rekonstruktion der Totentänze von Mary Wigmann durch das Tanztheater zeigen zahlreiche Kulturbetriebe in Osnabrück Ausstellungen zu dem Thema. Neben dem Felix-Nussbaum-Haus, dem Diözesanmuseum und der Kunsthalle präsentiert auch die Gesellschaft für zeitgenössische Kunst im Kunstraum „hase29“ die Ausstellung „GegenÜber Tod“. Die Eröffnung ist am Freitag, den 17. Februar, um 19 Uhr.

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