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Autor Tessnow liest vor Berufsschülern „Knallhart“ wie im Leben

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Gregor Tessnow, Autor des Buches „Knallhart“, in Osnabrück. Foto: Thomas OsterfeldGregor Tessnow, Autor des Buches „Knallhart“, in Osnabrück. Foto: Thomas Osterfeld

OSNABRÜCK. Das Buch ist schon sieben Jahre alt, wurde 2006 verfilmt und hat an Aktualität nichts verloren. Es heißt „Knallhart“, und geschrieben hat es Gregor Tessnow. Sein Werk gehört spätestens seit der filmischen Umsetzung in vielen Schulen zum Deutschunterricht. So auch in der Berufsbildenden Schule Schölerberg, wo jetzt der Autor las.

„Das Buch ist einfach gut, und wir wollten, dass es mal richtig betont vorgelesen wird. Viele Schüler kennen das gar nicht“, sagte Lehrer André Stallo, der die Lesung organisiert hat. Aus vielen verschiedenen Bereichen der BBS waren Schüler in die Aula der Käthe-Kollwitz-Schule gekommen. In dem Buch geht es um den 15-jährigen Michael Polischka, der mit seiner Mutter aus dem Berliner Nobelstadtteil Zehlendorf-Wannsee in den Problembezirk Neukölln zieht. Dort wird er schnell mit der harten Realität konfrontiert, und die Spirale aus Gewalt, Erpressung und Drogen beginnt, sich zu drehen.

Tessnow fand gleich zu Beginn den richtigen Draht zu den Schülern, die ihm anderthalb Stunden gespannt zuhörten. Mit typischer Berliner Schnauze machte der Autor seine Charaktere lebendig. In den Lesepausen berichtete er aus seinem eigenen Leben, erzählt von der Rollenauswahl der Mutter, die im Film von Jenny Elvers-Elbertzhagen gespielt wird, und wandte sich auch mal direkt an die Schüler.

Dass sein Buch in etlichen Fällen die Realität beschreibt, wurde deutlich, wenn die Schüler nickten: Der weiß, wovon er schreibt. Auf die Frage, warum er so viele Klischees benutzt, antwortete Tessnow: „Keine Ahnung, bewusst habe ich es nicht getan.“ Er wolle mit „Knallhart“ auch gar nicht den moralischen Zeigefinger erheben: „Ich will einfach, dass es Spaß macht zu lesen.“


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