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Streit über Institut für Kunstgeschichte Deutscher Kulturrat setzt Uni Osnabrück auf „Rote Liste“

Wegen der geplanten Schließung des Instituts für Kunstgeschichte will der Deutsche Kulturrat die Uni Osnabrück auf die „Rote Liste“ setzen. Foto: Michael GründelWegen der geplanten Schließung des Instituts für Kunstgeschichte will der Deutsche Kulturrat die Uni Osnabrück auf die „Rote Liste“ setzen. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Der Deutsche Kulturrat will das Kunsthistorische Institut der Universität Osnabrück auf seine symbolische Rote Liste setzen.

Das sagte der Geschäftsführer des Kulturrates, Olaf Zimmermann, der Deutschen Presse-Agentur. „Ich finde es bedauerlich, dass heute gegen den Trend ein solches Institut geschlossen werden soll“, sagte Zimmermann. Das Institut machte sich unter anderem einen Namen mit der Erforschung mittelalterlicher Kunst in Niedersachsen.

Der Geschäftsführer des Kulturrates sagte, Geisteswissenschaften hätten es nach den Hochschulreformen der vergangenen Jahre schwerer als Natur- oder Rechtswissenschaften. „Eine Schließung ist schon eine radikale Maßnahme, und dass eine Hochschule sagt, wir können auf diesen kunstgeschichtlichen Zweig verzichten, ist schon sehr ungewöhnlich.“ Der Deutsche Kulturrat ist der Spitzenverband der Bundeskulturverbände.

Senat berät an diesem Mittwoch

Das Präsidium der Universität Osnabrück plant, das Institut in den nächsten Jahren zu schließen. Dieser Plan stößt innerhalb der Hochschule, aber auch bei namhaften Kunsthistorikern außerhalb Osnabrücks auf starke Kritik. An einer Online-Petition zum Erhalt des Instituts haben bislang mehr als 4500 Menschen teilgenommen.

Am Mittwoch berät der Senat der Hochschule über den Vorhaben und will einen Beschluss fassen - dieser ist aber rechtlich für das Präsidium nicht bindend. Hintergrund ist, dass 2023/24 die drei Professoren des Instituts in Ruhestand gehen. Aus Sicht des Universitätspräsidiums ist das Fach für die weitere Hochschulentwicklung verzichtbar. Die Studierenden und Lehrenden des Instituts sprechen von einem unfairen Vorgehen und von einer sachlich wie inhaltlich unbegründeten Entscheidung.

Rückendeckung aus dem Wissenschaftsministerium

Rückendeckung bekommt die Hochschulleitung aus dem Wissenschaftsministerium in Hannover unter der Leitung von Ministerin Gabriele Heinen-Kljajic (Grüne). „Für eine zukunftsfähige Ausrichtung müssen sich Hochschulen beständig fortentwickeln und ihr Profil schärfen. Vor diesem Hintergrund können die an der Universität Osnabrück diskutierten strukturellen Veränderungen einen Beitrag zur Profilschärfung leisten“, teilte ihr Sprecher mit.

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