zuletzt aktualisiert vor

„HerzlOS“ Demonstration in Osnabrück gegen Abschiebung mit Gewalt

Meine Nachrichten

Um das Thema Osnabrück Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Osnabrück. Etwa 50 Männer und Frauen demonstrierten am Samstagnachmittag in der Osnabrücker Innenstadt gegen die nach ihrer Darstellung gewaltsame Festnahme eines Libanesen aus Osnabrück.

Nach der Anfangskundgebung am Neumarkt setzte sich der Demonstrationszug, zu dem die Initiative „No Lager Osnabrück“ aufgerufen hatte, gegen 15 Uhr über Große Straße in Bewegung. Der Protest der Sprecher richtete sich vor allem gegen die Vorgehensweise der Polizei. Die stehe im Gegensatz zu einem Beschluss des Osnabrücker Rates, der sich am vergangenen Dienstag mehrheitlich für Vermeidung von Abschiebungen aus Osnabrück ausgesprochen hatte und dagegen auf freiwillige Ausreise von nicht anerkannten Flüchtlingen setzt.

Nervenzusammenbruch

Der Vorfall, den die Demonstranten beschrieben, soll sich so zugetragen haben: In der Nacht zu Donnerstag seien mehrere Zivilpolizisten lautstark in die Gemeinschaftsunterkunft an der Petersburg in Osnabrück eingedrungen und hätten zunächst die Personalien eines offenbar Unbeteiligten unter Anwendung von Gewalt überprüft. Dann hätten sie den zu Abschiebung gesuchten Mann aus dem Libanon (53) aus dem Bett geholt und innerhalb weniger Minuten abgeführt. Am Flughafen in Düsseldorf habe der Festgenommene einen Nervenzusammenbruch erlitten, sodass sich der Pilot des für die Abschiebung vorgesehenen Flugzeuges geweigert habe, den 53-Jährigen an Bord zu nehmen. Der Libanese sitze nun in Hannover-Langenhagen in Abschiebehaft.

Die Aktion stehe in eklatantem Widerspruch zudem Bekenntnis des Rates der Stadt Osnabrück zu einer humanen Flüchtlingspolitik. No-Lager-Aktivistin Miriam Lauch schreibt: „Wir beobachten genau und bekommen mit, was in Osnabrück passiert und werden es nicht stillschweigend hinnehmen, wenn die Beamtinnen mit Gewalt Abschiebungen durchprügeln. Wir wollen in einer Stadt leben, aus der niemand abgeschoben wird.“

Anfrage bei der Polizei

Die Redaktion hat die Polizei am Samstag unmittelbar nach der Demonstration um eine Stellungnahme zu den von No Lager beschriebenen Vorgängen gebeten.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN