Pädagogischer Workshop am Theater „Rosenkinder“ aus Osnabrück musizieren mit Aris Quartett


Osnabrück. Im Theater trafen 14 Kinder vom Hort Rosenplatz auf die diesjährigen Preisträger des Osnabrücker Musikpreises: das Aris Quartett. Die „Rosenkinder“ konnten die Berufsmusiker hautnah erleben und klassische Musik erfahren. Und zum Schluss hatten die Kinder noch einige investigative Fragen parat.

Mit dem Osnabrücker Musikpreises fördert die Egerland-Stiftung bereits seit sechs Jahren gezielt den musikalischen Nachwuchs. Vom Engagement der Stiftung profitieren aber nicht nur die Preisträger: Vor allem Osnabrücker Kinder sollen dadurch mit Kunst und Kultur in Berührung kommen. Darum trafen 14 „Rosenkinder“ nun das Aris Quartett im Orchesterproberaum des Theaters.

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Eine Stunde lang dauerte der Workshop, in dem vor allem der Cellist Lukas Sieber sein Talent als Musikpädagoge bewies. Nachdem die Künstler die „Unterrichtsstunde“ mit dem Reiterquartett von Haydn begannen, erklärte Sieber den Grundschülern kindgerecht die Unterschiede und den Aufbau der Streichinstrumente. Auf ihren Sitzkissen hörten die Kinder, die meist noch nie zuvor mit klassischer Musik in Berührung kamen, gespannt zu – ganz zur Freude von Erzieherin Frauke Pöhner: „Bei klassischer Musik sitzen Kinder einfach anders da. Sie hören genau zu.“

Knutschflecken bei Musikern entdeckt?

Ein weiterer Grund dafür dürfte die Leidenschaft der vier Musiker sein, die sie beim Spielen zeigen. Folgerichtig will ein Kind wissen, warum das Quartett beim Musizieren denn so rumwippte. „Das ist, wie zur Musik zu tanzen“, sagt Sieber. Nur dass sie dabei auf Stühlen säßen. Selbst Musik zu machen, sei einfach das Schönste. Gut, dass die Musikpädagogin des Theaters, Marie-Louise Knaller, Klanghölzer bereit hielt, mit denen die Kinder einsteigen konnten. Beim bekannten Kanon-Klassiker „Bruder Jakob“ spielten und sangen sie zusammen mit dem Quartett. Dabei fielen einem Mädchen die roten Stellen an den Hälsen der Profi-Musiker auf. „Das ist der Geigerfleck“, sagt Violinistin Anna Katharina Wildermuth. Der komme durchs viele Proben ganz von selbst.

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Das Quartett wirkte beim Workshop authentisch und sympathisch, woran aber auch die Grundschüler ihren Anteil hatten. Völlig unbefangen bohrten sie die Musiker mit ihren Fragen oder fassten die Instrumente (immerhin viele Tausende Euro teuer) an und sorgten so für manch ängstlichen Blick bei den Künstlern.

Die Kleidungsfrage

Übrigens: Die Musiker kamen nicht etwa im Frack, sondern in Zivilkleidung. Trotzdem war der Theater-Dresscode ein Thema. Ein Schüler machte sich nämlich viele Gedanken darüber, was er denn wohl zum Workshop anziehen sollte. Er wollte im Anzug kommen, entschied sich dann aber kurzfristig um. „Er hatte Angst, dass der Anzug beim Fußballspielen kaputtgeht“, sagt Erzieherin Pöhner.


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