Kooperationsvereinbarung Journalisten-Ausbildung für muslimische Studenten

Von Andre Pottebaum


Osnabrück. Stipendiaten des muslimisch geprägten Avicenna-Studienwerks werden künftig an der Journalistenschule der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) ausgebildet. Eine entsprechende Vereinbarung wurde jetzt im Osnabrücker Priesterseminar unterzeichnet.

„Für uns ist die Zusammenarbeit von zentraler Bedeutung. In der heutigen Zeit brauchen wir muslimische Journalisten, die der steigenden Berichterstattung und dem Anspruch der Objektivität gerecht werden“, sagte Bülent Ucar, Vorsitzender des Avicenna-Studienwerks und Professor für islamische Religionspädagogik an der Uni Osnabrück. Seit März 2013 engagiert das Studienwerk mit Sitz in der Hasestadt als eine der jüngsten Begabtenförderungseinrichtungen in Deutschland, für besonders begabte muslimische Studenten und Promovierende.

In der drei Jahre dauernden Ausbildung werden die Stipendiaten studienbegleitend in den Semesterferien sowohl theoretisch als auch praktisch auf eine journalistische Laufbahn vorbereitet. „Die Kooperationsvereinbarung ist ein wichtiges Zeichen für die muslimische Gemeinschaft. Wir suchen immer wieder nach geeigneten Personen, die schreiben und sich ausdrucken können“, freute sich Avicenna-Geschäftsführer Hakan Tosuner.

Zeichen des gegenseitigen Respekts

Bereits im Laufe des Jahres sollen erste Nachwuchskräfte des Studienwerks in die Journalistische Nachwuchsförderung (Jona) der Konrad-Adenauer Stiftung aufgenommen werden. „Die Teilnehmer werden in der Jona multimedial ausgebildet und lernen dabei alle Mediengattungen kennen“, erklärte Marcus Nicolini, Abteilungsleiter der Jona. Jährlich werden an der Jona zwischen 18 und 28 Bewerber ausgebildet und auf eine mediale Laufbahn vorbereitet.

Dass nun auch muslimische Studenten und Promovierende die Nachwuchsförderung der Konrad-Adenauer-Stiftung wahrnehmen können, ist für Hans-Gert Pöttering (Vorsitzender der KAS) ein wichtiges Symbol für den Zusammenhalt zwischen den Kulturen. „Gerade in einer Zeit, in der Mauern gebaut werden, ist unsere gemeinsame Vereinbarung ein Zeichen aufeinander zuzugehen und sich gegenseitig zu respektieren“, so Pöttering. „Die Bedeutung der Medien ist in diesen Tagen von zentraler Bedeutung.“

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