Preis der Bingo-Umweltstiftung „Plastiktütenfreies Osnabrück“ ist Projekt des Monats

Von Frederik Theiling


Osnabrück. Auszeichnung für die Schüleraktion „Plastiktütenfreies Osnabrück“: Die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung gibt 500 Euro für das „Projekt des Monats“.

„So eine Auszeichnung motiviert natürlich enorm“, sagt Lehrer Tobias Romberg. Vor drei Jahren hatte er mit einer Klimabotschafter-AG an der Ursulaschule das Projekt für ein plastiktütenfreies Osnabrück gestartet. Im „Body Shop“ an der Großen Straße wurde es nun von der Bingo-Umweltstiftung als „Projekt des Monats“ prämiert.

Echte Erfolgsgeschichte

Gewürdigt wurde nicht nur die Idee, sondern alle Aspekte, welche das Projekt mittlerweile umfasst. Vor einigen Monaten hatte beispielsweise die Heinrich-Schüren-Schule einen Kreativwettbewerb im Rahmen des Projektes gewonnen, bei dem Jutebeutel entworfen wurden. „Ich finde es großartig, wenn mit Überzeugung gearbeitet wird“, sagte Sigrid Rakow, Vorstandsvorsitzende der Bingo-Umweltstiftung. „Gesetze sind ein Weg. Aber wenn Menschen losgehen und überzeugen: Das hat Wirkung.“

Die haben die Schüler auch bei Oberbürgermeister Wolfgang Griesert erzielt. Er ist Schirmherr des Projekts „Plastiktütenfreies Osnabrück“ und begeistert. „Das ist eine echte Erfolgsgeschichte“, sagte Griesert.

Mülltonnen wie Monster

An dem Vorhaben, die Stadt bis Ende 2017 von Plastiktüten zu befreien, beteiligen sich auch Schüler der Montessori-Schule Osnabrück. In den vergangenen Wochen haben sie Mülltonnen entworfen, in denen die Osnabrücker ihre Plastiktüten entsorgen können. Drei dieser Mülltonnen stehen bereits in Geschäften der Innenstadt. Nun kommen vier weitere in den Läden „The Body Shop“, „Pinkmilk“, „Go Strange“ und „Montur“ hinzu.

Zu erkennen sind die Mülltonnen an ihrem Aussehen: Die Schüler der Montessori-Schule haben sie wie müllfressende Monster gestaltet. Geachtet haben sie beim Entwerfen auch darauf, wo die Mülltonnen aufgestellt werden. Passend zu den Produkten in „The Body Shop“ hat eine Mülltonne beispielsweise Wimpern aufgemalt bekommen. Eine weitere Mülltonne wurde im Anschluss an die Auszeichnung bei „Montur“ aufgestellt. „Die Schülerin wollte unbedingt, dass die Tonne, die aussieht wie ein Hai, in einem Skate-Shop steht“, sagt Sergej Friesen von der Koordinierungsstelle Plastiktütenfreies Osnabrück. Dort war man schnell von der Idee überzeugt.

Aus alt mach neu

Einmal im Monat wird nun der Osnabrücker Fahrradaktivist Daniel Doerk die aufgestellten Mülltonnen mit einem Lastenfahrrad einsammeln und zur Montessori-Schule bringen, wo die alten Plastiktüten gelagert werden, ehe daraus neue, haltbare Taschen entstehen.